Wiederbestellung im Magento B2B-Shop mit Bestelllisten, Schnellbestellung und CSV-Upload

Viele Geschäftskunden bestellen regelmäßig dieselben Produkte. Verbrauchsmaterialien, Ersatzteile, Verpackungen oder Betriebsmittel werden dabei oft in ähnlichen Zusammenstellungen benötigt. Trotzdem beginnen zahlreiche Einkäufer bei jeder Bestellung wieder mit der Produktsuche.

Ein gut aufgebauter B2B-Shop kann diesen Aufwand deutlich reduzieren. Frühere Bestellungen lassen sich erneut aufrufen, häufig benötigte Artikel können in Bestelllisten gespeichert und größere Warenkörbe über eine Schnellbestellung oder einen CSV-Upload zusammengestellt werden.

Welche Funktion geeignet ist, hängt vom jeweiligen Einkaufsprozess ab. Eine Wiederbestellung aus der Bestellhistorie eignet sich für weitgehend identische Bestellungen. Eine B2B Bestellliste hilft bei regelmäßig benötigten Sortimenten mit wechselnden Mengen. Kennt der Einkäufer die Artikelnummern bereits, bietet sich eine B2B Schnellbestellung an. Umfangreiche Bestellungen lassen sich häufig am effizientesten über einen CSV-Upload vorbereiten.

Warum wiederkehrende Bestellungen häufig zu viel Zeit kosten?

Im B2B-Einkauf sind viele Bestellungen keine vollständig neuen Vorgänge. Der Bedarf wiederholt sich, während sich nur einzelne Mengen, Lieferorte oder Positionen ändern.

Trotzdem entstehen häufig mehrere manuelle Arbeitsschritte:

  • Alte Bestellungen werden in E-Mails oder im ERP-System gesucht.
  • Artikelnummern werden in den Shop übertragen.
  • Produkte müssen erneut über Kategorien oder die Suche gefunden werden.
  • Mengen werden aus Excel-Listen kopiert.
  • Nicht verfügbare Artikel führen zu Rückfragen.
  • Bestellungen per E-Mail müssen durch den Vertriebsinnendienst erneut erfasst werden.
  • Fehler bei Artikelnummern oder Verpackungseinheiten werden erst bei der Auftragsbearbeitung erkannt.

Besonders bei Bestellungen mit vielen Positionen summiert sich dieser Aufwand. Gleichzeitig steigt das Risiko, dass Artikel verwechselt, Mengen falsch übertragen oder veraltete Produkte bestellt werden.

Eine geeignete Wiederbestellfunktion verkürzt deshalb nicht nur den Bestellvorgang. Sie verbessert auch die Datenqualität und reduziert manuelle Nacharbeit im Einkauf und Vertrieb.

Welche Arten von Wiederbestellungen gibt es?

Der Begriff Wiederbestellung umfasst verschiedene Abläufe. Für die Auswahl der passenden Funktion sollte zuerst geklärt werden, wie der Kunde tatsächlich bestellt.

Eine frühere Bestellung soll vollständig wiederholt werden

Der Einkäufer bestellt regelmäßig nahezu dieselben Produkte in denselben Mengen. In diesem Fall bietet sich die Wiederbestellung aus der Bestellhistorie an.

Die alte Bestellung wird geöffnet und erneut in den Warenkorb übernommen. Vor dem Absenden sollten Preise, Verfügbarkeit, Lieferadresse und Mengen noch einmal geprüft werden.

Die Produkte bleiben gleich, die Mengen ändern sich

Viele Unternehmen benötigen ein festes Grundsortiment, bestellen die Artikel aber je nach aktuellem Bedarf in unterschiedlichen Mengen.

Für diesen Ablauf eignen sich eine B2B Bestellliste oder eine Bestellvorlage. Die Produkte bleiben gespeichert, während der Einkäufer die benötigten Mengen vor jeder Bestellung neu festlegt.

Der Einkäufer kennt die Artikelnummern

Professionelle Einkäufer arbeiten häufig direkt mit Artikelnummern, SKUs oder eigenen Materialnummern. Eine Navigation durch Kategorien und Produktseiten verursacht in diesem Fall unnötigen Aufwand.

Eine B2B Schnellbestellung ermöglicht die direkte Eingabe mehrerer Artikelnummern und Mengen. Die gefundenen Positionen werden anschließend gesammelt in den Warenkorb übernommen.

Viele Positionen liegen bereits in einer Datei vor

Bei umfangreichen Bestellungen werden Artikelnummern und Mengen häufig in Excel, einem ERP-System oder einer Warenwirtschaft vorbereitet.

Ein CSV-Upload für die Bestellung kann diese Daten direkt verarbeiten. Dadurch entfällt die manuelle Übertragung jeder einzelnen Position.

Die Bestellung wird über mehrere Tage vorbereitet

Bei Projekten, Wartungsarbeiten oder der Beschaffung für verschiedene Standorte entsteht eine Bestellung häufig schrittweise.

Ein gespeicherter Warenkorb oder eine projektbezogene Bestellliste ermöglicht es, Positionen zu sammeln und die Bestellung später fortzusetzen.

Welche Funktion passt zu welchem Einkaufsprozess?

EinkaufssituationGeeignete FunktionWesentlicher VorteilZu beachtender Punkt
Frühere Bestellung weitgehend unverändert wiederholenWiederbestellung aus der BestellhistorieSehr kurzer BestellwegProdukte und Konditionen können sich geändert haben
Regelmäßig benötigtes StandardsortimentB2B BestelllisteArtikel bleiben dauerhaft gespeichertMengen und Positionen müssen gepflegt werden
Wiederkehrender Warenkorb mit ähnlicher StrukturBestellvorlage B2BSchneller Ausgangspunkt für neue BestellungenAktuelle Preise und Bestände müssen neu geprüft werden
Bekannte ArtikelnummernB2B SchnellbestellungKeine Navigation durch den Katalog erforderlichArtikelnummern müssen eindeutig sein
Viele Positionen aus Excel oder ERPCSV-Upload BestellungUmfangreiche Bestellungen lassen sich gesammelt erfassenDateiformat und Fehlerprüfung sind entscheidend
Projektbezogene BeschaffungGespeicherter WarenkorbBestellung kann schrittweise vorbereitet werdenPreise und Verfügbarkeit können sich bis zum Abschluss ändern

Ein B2B-Shop muss nicht zwingend alle Funktionen gleichzeitig anbieten. Entscheidend ist, welche Bestellwege von den wichtigsten Kundengruppen tatsächlich genutzt werden.

Wie lässt sich die Bestellhistorie wieder bestellen?

Die einfachste Form der Wiederbestellung beginnt im Kundenkonto. Der Einkäufer öffnet eine frühere Bestellung im Magento Shop und übernimmt deren Positionen erneut in den Warenkorb.

Eine praxistaugliche Funktion sollte folgende Schritte unterstützen:

  1. Frühere Bestellung im Kundenkonto auswählen
  2. Alle oder einzelne Positionen übernehmen
  3. Aktuelle Mengen festlegen
  4. Preise und Verfügbarkeit neu prüfen
  5. Nicht mehr verfügbare Artikel kennzeichnen
  6. Lieferadresse und Zahlungsart kontrollieren
  7. Neue Bestellung absenden

Magento unterstützt eine allgemeine Wiederbestellfunktion, sofern diese in der Konfiguration aktiviert ist. Kunden können eine frühere Bestellung aus ihrem Konto erneut aufrufen. Die Verfügbarkeit der Funktion hängt unter anderem vom Bestellstatus und von den enthaltenen Produkten ab. Nicht verfügbare oder deaktivierte Artikel können eine Wiederbestellung beeinflussen.

Eine alte Bestellung sollte immer als Ausgangspunkt behandelt werden. Sie enthält historische Daten. Vor dem erneuten Kauf müssen deshalb die aktuellen Preise, Bestände, Lieferzeiten und Verpackungseinheiten berücksichtigt werden.

Wann die Bestellhistorie nicht ausreicht

Die Wiederbestellung aus der Historie ist weniger geeignet, wenn sich das benötigte Sortiment regelmäßig verändert. Auch bei sehr langen Bestellhistorien kann es schwierig werden, die passende Ausgangsbestellung zu finden.

In solchen Fällen bietet eine dauerhaft gepflegte Bestellliste einen besseren Einstieg.

Welche Vorteile bietet eine B2B Bestellliste?

Eine B2B Bestellliste enthält Produkte, die ein Kunde regelmäßig benötigt. Die Liste bleibt nach der Bestellung erhalten und kann mehrfach verwendet werden.

Typische Anwendungsfälle sind:

  • Verbrauchsmaterialien
  • Ersatzteile
  • Verpackungen
  • Betriebsausstattung
  • Wartungsprodukte
  • Filialbedarf
  • Baustellenbedarf
  • kundenspezifische Standardsortimente

Der Einkäufer öffnet die Liste, passt die Mengen an und übernimmt die gewünschten Positionen in den Warenkorb.

Je nach Kundenstruktur können unterschiedliche Listen sinnvoll sein:

  • Bestellliste je Standort
  • Bestellliste je Abteilung
  • Bestellliste je Maschine
  • Bestellliste je Projekt
  • persönliche Liste eines Einkäufers
  • gemeinsame Liste eines Firmenkontos

Adobe Commerce B2B bezeichnet vergleichbare gespeicherte Einkaufslisten als Requisition Lists. Sie können wiederholt genutzt werden und bleiben auch nach der Übernahme in den Warenkorb erhalten. Mehrere Listen können beispielsweise nach Teams, Lieferanten, Kampagnen oder anderen Einkaufszwecken gegliedert werden. Diese Funktion gehört zum B2B-Funktionsumfang von Adobe Commerce.

Aber auch in Magento OpenSource können entsprechenden Funktionen über Erweiterungen und/oder eigenen Programmierung umgesetzt werden.

Was unterscheidet eine Bestellvorlage von einer Bestellliste?

Die Begriffe Bestellliste, Bestellvorlage, Merkzettel und gespeicherter Warenkorb werden von Shopsystemen und Anbietern nicht einheitlich verwendet.

Für die Konzeption eines B2B-Shops ist deshalb wichtiger, welche Eigenschaften eine Funktion besitzt.

FunktionTypische Verwendung
B2B BestelllisteDauerhaft gespeicherte Auswahl regelmäßig benötigter Produkte
Bestellvorlage B2BWiederverwendbarer Ausgangspunkt für eine neue Bestellung
Merkzettel ("Wishlist")Unverbindliche Produktsammlung ohne festgelegten Bestellprozess
FavoritenlistePersönliche Auswahl bevorzugter Produkte
Gespeicherter WarenkorbVorbereitete Bestellung mit konkreten Mengen
ProjektlisteSammlung von Produkten für ein bestimmtes Vorhaben

Bei der Planung sollten folgende Fragen beantwortet werden:

  • Werden Mengen dauerhaft gespeichert?
  • Können mehrere Listen angelegt werden?
  • Ist die Liste nur für einen Nutzer oder für das gesamte Firmenkonto sichtbar?
  • Dürfen andere Einkäufer die Liste bearbeiten?
  • Lassen sich Produkte direkt aus der Liste bestellen?
  • Können Positionen kommentiert oder Projekten zugeordnet werden?
  • Bleibt die Liste nach der Bestellung bestehen?
  • Werden aktuelle Preise und Verfügbarkeiten angezeigt?

Eine einfache Favoritenliste erfüllt andere Anforderungen als eine gemeinsame Bestellvorlage für mehrere Standorte.

Wann eignet sich eine B2B Schnellbestellung?

Eine B2B Schnellbestellung richtet sich vor allem an erfahrene Einkäufer. Diese kennen das Sortiment bereits und möchten Produkte direkt über Artikelnummern erfassen.

Der Bestellweg kann beispielsweise so aussehen:

  1. Artikelnummer oder SKU eingeben
  2. Produkt prüfen
  3. Menge ergänzen
  4. Weitere Artikel erfassen
  5. Alle Positionen in den Warenkorb übernehmen

Bei einer Bestellung mit mehreren Positionen sollte die Eingabe tabellarisch möglich sein. Der Einkäufer muss dann nicht für jedes Produkt eine eigene Produktseite öffnen.

Die Quick-Order-Funktion von Adobe Commerce B2B unterstützt die direkte Suche nach Produktnamen oder SKUs. Mehrere SKUs können manuell eingegeben oder über eine Datei importiert werden.

Kundenartikelnummern können den Ablauf weiter verkürzen

Viele Geschäftskunden verwenden eigene Materialnummern. Diese unterscheiden sich häufig von den Artikelnummern des Lieferanten.

Ein B2B-Shop kann beide Nummern miteinander verknüpfen. Der Kunde sucht oder bestellt dann mit seiner internen Materialnummer, während der Shop im Hintergrund den passenden Artikel zuordnet.

Diese Zuordnung kann auch in weiteren Bereichen verwendet werden:

  • Produktsuche
  • Bestelllisten
  • CSV-Upload
  • Warenkorb
  • Bestellbestätigung
  • Rechnung
  • Datenaustausch mit ERP oder Warenwirtschaft

Ob Kundenartikelnummern sinnvoll sind, hängt von der Anzahl der Kunden, der Sortimentsstruktur und der Qualität der vorhandenen Zuordnungsdaten ab.

Wie funktioniert eine Bestellung per CSV-Upload?

Ein CSV-Upload eignet sich besonders für Bestellungen mit vielen Positionen. Der Einkäufer erstellt oder exportiert eine Datei mit Artikelnummern und Mengen und lädt sie anschließend im B2B-Shop hoch.

Ein möglicher Ablauf besteht aus sieben Schritten:

  1. CSV-Vorlage aus dem Shop herunterladen
  2. Artikelnummern und Mengen eintragen
  3. Datei hochladen
  4. Positionen automatisch prüfen lassen
  5. Fehlerhafte Einträge korrigieren
  6. Gültige Positionen in den Warenkorb übernehmen
  7. Bestellung kontrollieren und absenden

Für die einfachste Variante reichen zwei Spalten:

  • Artikelnummer
  • Menge

Abhängig vom Einkaufsprozess können weitere Informationen ergänzt werden:

  • Kundenartikelnummer
  • Projekt
  • Kostenstelle
  • Standort
  • Positionskommentar
  • gewünschter Liefertermin
  • Variante
  • Verpackungseinheit

Die Datei sollte möglichst einfach aufgebaut sein. Zusätzliche Spalten erhöhen den Funktionsumfang, können aber auch mehr Fehlerquellen schaffen.

Adobe beschreibt für Quick Order sowohl die manuelle Eingabe mehrerer SKUs als auch den Import einer Datei. Für moderne Adobe-Commerce-Storefronts wird der CSV-Upload ebenfalls als Teil des Quick-Order-Ablaufs dokumentiert.

Welche Fehler muss der CSV-Upload erkennen

Die technische Qualität einer CSV-Bestellung zeigt sich vor allem bei fehlerhaften Daten.

Typische Fehlerfälle sind:

  • Artikelnummer existiert nicht
  • Produkt ist deaktiviert
  • Produkt gehört nicht zum Kundensortiment
  • Menge fehlt
  • Menge enthält ein ungültiges Format
  • Mindestbestellmenge wurde unterschritten
  • Verpackungseinheit wurde nicht berücksichtigt
  • Position ist mehrfach in der Datei enthalten
  • notwendige Spalte fehlt
  • falsches Trennzeichen wurde verwendet
  • Datei besitzt eine nicht unterstützte Zeichencodierung
  • Produkt ist derzeit nicht verfügbar

Eine verständliche Fehlerbehandlung sollte genau anzeigen, welche Zeile betroffen ist und wie der Fehler behoben werden kann.

Gültige Positionen sollten nach Möglichkeit weiterverarbeitet werden können. Eine einzelne fehlerhafte Zeile sollte nicht automatisch den gesamten Upload unbrauchbar machen.

Was passiert bei geänderten Preisen und Produkten

Eine frühere Bestellung oder gespeicherte Bestellliste enthält möglicherweise Produkte, die inzwischen verändert wurden.

Der Shop muss deshalb bei jeder Wiederbestellung aktuelle Daten prüfen:

  • Kundenpreis
  • Staffelpreis
  • Verfügbarkeit
  • Lieferzeit
  • Mindestbestellmenge
  • Verpackungseinheit
  • Produktstatus
  • Produktvariante
  • Nachfolgeartikel
  • kundenspezifische Freigabe

Besonders wichtig ist der Umgang mit nicht mehr verfügbaren Artikeln.

Mögliche Reaktionen des Shops sind:

  • betroffene Position markieren
  • Übernahme der Position blockieren
  • lieferbare Menge anzeigen
  • Nachfolgeartikel vorschlagen
  • alternative Variante anbieten
  • Kontakt zum Vertrieb ermöglichen

Welche Reaktion sinnvoll ist, hängt vom Sortiment ab. Bei genormten Verbrauchsartikeln kann ein Ersatzprodukt häufig direkt angeboten werden. Bei technischen Ersatzteilen muss dagegen sichergestellt sein, dass der alternative Artikel tatsächlich kompatibel ist.

Können mehrere Einkäufer dieselbe Bestellliste nutzen?

B2B-Bestellungen werden häufig nicht von einer einzelnen Person verwaltet. In größeren Kundenunternehmen arbeiten mehrere Einkäufer, Standorte oder Abteilungen mit demselben Lieferanten.

Eine gemeinsame Bestellliste kann den Einkauf vereinfachen, wenn klare Zugriffsregeln bestehen.

Mögliche Varianten sind:

  • persönliche Bestelllisten
  • gemeinsame Listen des Firmenkontos
  • Listen je Standort
  • Listen je Abteilung
  • Listen je Projekt
  • zentrale Vorlagen mit Leserecht
  • bearbeitbare Listen für bestimmte Rollen

Zusätzlich kann eine Bestellung nach der Vorbereitung an einen Genehmiger übergeben werden. Rollen, Budgets und Freigabeprozesse bilden jedoch einen eigenen Themenbereich und sollten bereits bei der Konzeption des Firmenkontos berücksichtigt werden.

Dies kann über individuelle Erweiterungen bzw. Programmierung umgesetzt werden.

Welche Daten benötigt der B2B-Shop

Zuverlässige Wiederbestellungen setzen aktuelle und eindeutige Daten voraus.

Besonders relevant sind:

  • eindeutige Artikelnummern
  • Kundenartikelnummern
  • Produktstatus
  • Kundenpreise
  • Staffelpreise
  • verfügbare Mengen
  • Lieferzeiten
  • Verpackungseinheiten
  • Mindestbestellmengen
  • Nachfolgeartikel
  • kundenspezifische Sortimente
  • Bestellhistorie
  • Firmenkonten und Benutzerrechte

Diese Informationen liegen häufig verteilt im Shop, ERP, PIM oder in der Warenwirtschaft. Der B2B-Shop benötigt deshalb klar definierte Datenquellen und zuverlässige Schnittstellen. Diese müssen nicht in der ersten Ausbaustuffe vorhanden sein, sollten aber mittel/langfristig bedacht werden

Werden beispielsweise Bestände nur einmal täglich übertragen, kann die angezeigte Verfügbarkeit bereits veraltet sein. Bei kundenspezifischen Preisen muss außerdem eindeutig festgelegt sein, welches System den führenden Preis liefert.

Welche Vorteile entstehen für Einkauf und Vertrieb?

Vorteile für den Einkauf

  • weniger Produktsuche
  • kürzere Bestellzeiten
  • geringeres Risiko bei der manuellen Übertragung
  • bessere Übersicht über regelmäßig benötigte Produkte
  • einfachere Vorbereitung umfangreicher Bestellungen
  • weniger Rückfragen beim Lieferanten
  • bessere Nachvollziehbarkeit wiederkehrender Bedarfe

Vorteile für den Vertrieb

  • weniger Bestellungen per E-Mail
  • weniger manuelle Auftragserfassung
  • weniger Rückfragen zu Artikelnummern
  • geringere Fehlerquote bei Mengen und Positionen
  • stärkere Nutzung des B2B-Shops
  • Entlastung des Vertriebsinnendienstes
  • mehr Zeit für Beratung und komplexe Kundenanfragen

Der Nutzen sollte nicht nur anhand der Zahl digitaler Bestellungen bewertet werden. Entscheidend ist, wie viele manuelle Arbeitsschritte im gesamten Prozess entfallen.

Wie lässt sich der Erfolg messen?

Pauschale Einsparungswerte sind wenig aussagekräftig. Bestellumfang, Sortiment und bestehende Abläufe unterscheiden sich von Unternehmen zu Unternehmen.

Geeignete Kennzahlen sind:

  • durchschnittliche Bearbeitungszeit je Wiederbestellung
  • Anteil der Bestellungen über den B2B-Shop
  • Zahl der Bestellungen aus der Bestellhistorie
  • Nutzung von Bestelllisten
  • Nutzung der Schnellbestellung
  • Zahl der CSV-Uploads
  • Fehlerquote bei hochgeladenen Dateien
  • Zahl manueller Auftragserfassungen
  • Rückfragen je Bestellung
  • Anteil aktiv bestellender Bestandskunden

Die Kennzahlen sollten vor und nach der Einführung verglichen werden. So lässt sich erkennen, welche Funktion tatsächlich genutzt wird und an welchen Stellen weiterhin Probleme auftreten.

Wie lassen sich Wiederbestellungen mit Magento umsetzen

Magento kann als Grundlage für ein B2B-Bestellportal verwendet werden. Das System bietet Kundenkonten, Bestellhistorien, Warenkörbe, Kataloge, Preislogiken und Schnittstellen zu weiteren Unternehmenssystemen.

Die allgemeine Wiederbestellung aus der Bestellhistorie kann über die vorhandene Reorder-Funktion abgebildet werden. Erweiterte Funktionen wie gemeinsame Bestelllisten, Quick Order und Requisition Lists gehören in der dokumentierten Standardausführung zum B2B-Umfang von Adobe Commerce.

Bei Magento Open Source können vergleichbare Funktionen über Erweiterungen oder eine individuelle Umsetzung ergänzt werden. Dazu gehören beispielsweise:

  • B2B Bestelllisten
  • Bestellvorlagen
  • Schnellbestellung per Artikelnummer
  • CSV-Upload
  • Kundenartikelnummern
  • kundenspezifische Sortimente
  • gemeinsame Listen im Firmenkonto
  • Anbindung an ERP oder Warenwirtschaft

Welche Umsetzung geeignet ist, hängt von den bestehenden Shopfunktionen, der Magento-Version, dem Bestellvolumen und den angeschlossenen Systemen ab.

Weitere Informationen zur Umsetzung finden Sie bei Konvis unter Magento als B2B-Bestellportal.

Welche Funktion sollte zuerst eingeführt werden

Eine schrittweise Einführung ist häufig sinnvoller als die gleichzeitige Umsetzung aller denkbaren Bestellwege.

Häufigste Bestellsituation ermitteln

Zuerst sollte geprüft werden, wie Bestandskunden aktuell bestellen:

  • über den Onlineshop
  • per E-Mail
  • telefonisch
  • über Excel-Listen
  • über ERP-Exporte
  • anhand früherer Bestellungen

Zahl der Bestellpositionen untersuchen

Bestellungen mit drei bis fünf Positionen benötigen einen anderen Ablauf als Warenkörbe mit mehreren hundert Artikeln.

Artikelnummern und Dateien prüfen

Arbeiten Kunden bereits mit Artikelnummern oder CSV-Dateien, kann eine Schnellbestellung besonders schnell Wirkung zeigen.

Pilotkunden auswählen

Einige regelmäßig bestellende Kunden können die neue Funktion testen. Ihre Rückmeldungen zeigen, welche Bezeichnungen, Fehlermeldungen und Arbeitsschritte verbessert werden müssen.

Nutzung auswerten

Nach der Einführung sollte geprüft werden, ob die Funktion tatsächlich verwendet wird. Eine technisch verfügbare Bestellliste bringt wenig Nutzen, wenn sie im Kundenkonto nicht gefunden oder nicht verstanden wird.

Als erste Orientierung gilt:

  • Bestellhistorie bei weitgehend identischen Bestellungen
  • B2B Bestellliste bei regelmäßigem Standardsortiment
  • B2B Schnellbestellung bei bekannten Artikelnummern
  • Bestellvorlage B2B bei wiederkehrenden Warenkörben
  • CSV-Upload Bestellung bei vielen Positionen

Fazit

Eine gute Wiederbestellung im B2B-Shop orientiert sich an der Arbeitsweise des Kunden.

Die Bestellhistorie eignet sich für weitgehend identische Wiederholungen. Eine B2B Bestellliste unterstützt regelmäßig benötigte Sortimente mit wechselnden Mengen. Eine Bestellvorlage bietet einen festen Ausgangspunkt für ähnliche Warenkörbe. Die B2B Schnellbestellung hilft Einkäufern, die mit Artikelnummern arbeiten. Der CSV-Upload eignet sich für umfangreiche Bestellungen aus Excel, ERP oder Warenwirtschaft.

Der größte Nutzen entsteht, wenn aktuelle Preise, Bestände und Produktdaten direkt geprüft werden. Verständliche Fehlermeldungen und klare Bearbeitungsmöglichkeiten sind dabei genauso wichtig wie die eigentliche Funktion.

Häufige Fragen zur Wiederbestellung im B2B-Shop

Was ist eine Wiederbestellung im B2B-Shop?

Bei einer Wiederbestellung verwendet der Einkäufer Daten aus einer früheren Bestellung, einer gespeicherten Liste oder einer Bestellvorlage. Die Produkte müssen dadurch nicht erneut einzeln gesucht werden.

Was unterscheidet Wiederbestellung und Schnellbestellung?

Eine Wiederbestellung übernimmt Produkte aus einem früheren Vorgang. Bei einer Schnellbestellung gibt der Einkäufer bekannte Artikelnummern oder SKUs direkt ein.

Können nur einzelne Artikel aus einer früheren Bestellung übernommen werden?

Das hängt von der jeweiligen Umsetzung ab. Eine flexible Lösung sollte sowohl die vollständige als auch die positionsweise Übernahme ermöglichen.

Werden bei einer Wiederbestellung die alten Preise verwendet?

Der Shop sollte die aktuellen Preise verwenden. Eine frühere Bestellung enthält historische Konditionen, die zum Zeitpunkt der neuen Bestellung nicht mehr gültig sein müssen.

Was ist eine B2B Bestellliste?

Eine B2B Bestellliste ist eine dauerhaft gespeicherte Auswahl regelmäßig benötigter Produkte. Der Einkäufer kann die Liste erneut öffnen, Mengen anpassen und die gewünschten Positionen in den Warenkorb übernehmen.

Was ist eine Bestellvorlage im B2B-Shop?

Eine Bestellvorlage bildet einen wiederkehrenden Warenkorb ab. Sie enthält typische Produkte und häufig auch Mengen, die vor jeder neuen Bestellung angepasst werden können.

Kann eine Bestellung per CSV hochgeladen werden?

Ja, sofern der B2B-Shop eine entsprechende Importfunktion besitzt. Üblicherweise enthält die Datei mindestens Artikelnummern und Mengen.

Was passiert bei einer unbekannten Artikelnummer im CSV-Upload?

Der Shop sollte die betroffene Zeile verständlich kennzeichnen. Gültige Positionen sollten möglichst weiterverarbeitet werden können.

Können mehrere Einkäufer dieselbe Bestellliste nutzen?

Eine gemeinsame Nutzung ist technisch möglich, wenn der B2B-Shop Firmenkonten und entsprechende Zugriffsrechte unterstützt. Dabei sollte festgelegt werden, wer Listen sehen, bearbeiten oder für Bestellungen verwenden darf.

Ist eine B2B Schnellbestellung mit Magento Open Source möglich?

Ja, eine Schnellbestellung kann für Magento Open Source über eine Erweiterung oder individuelle Entwicklung umgesetzt werden. Die konkrete Lösung muss zum Sortiment, zu den Artikelnummern und zu den angeschlossenen Systemen passen.

Sie möchten weitere Informationen zu Magento und B2B Onlineshop?

Sprechen Sie uns gerne für ein unverbindliches und natürlich kostenlose Gespräch an. Gerne tauschen wir uns über mögliche Ideen/Gedanken aus.

Weitere Informationen finden Sie auch hier:

Informationen zu Magento als B2B Bestellportal

Informationen zu Erstellung und Kosten eines Magento Shops

Informationen zu Programmierung individueller Magento Erweiterungen (Funktionen)

Informationen zu Magento Schnittstellen Programmierung

Informationen zu Magento Betreuung und Verbesserungen

Informationen zu Magento Programmierung generell

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