Agentic Commerce und was das für eCommerce bzw. Onlinehandel bedeutet – Ist-Stand 2026 und Versuch Entwicklung einzuschätzen
In diesem Blogpost möchte ich basierend auf den Mitte 2026 bereits erkennbaren Fakten und vor allem Trends die generelle Entwicklung von Agentic Commerce und massiven Auswirkungen auf eCommerce beleuchten.
Dieser Artikel ist meine persönliche Einschätzung und Meinung, basierend auf den aktuell mir bekannten Fakten und Trends. Ich hoffe, dass ich falsch liege und es sich alles stark verzögernde oder andere Entwicklungen geben wird, die es womöglich verzögern. Aktuell kann ich jedoch nicht erkennen warum es so sein sollte. Dazu ist die Entwicklung im KI-Bereich so schnell, dass Dinge, die man vor 1 Jahr noch spannend fand einen nun langweilen und man sich wundert, dass es nicht bereits viel besser ist.
Ich hoffe dieser Beitrag regt Betreiber von Shops und Entscheider zum Nachdenken an und erlaubt es noch rechtzeitig, die hoffentlich richtigen Weichen für das eigenen Unternehmen zu stellen.
Was dort auf eCommerce zukommt, ist ein echter Paradigmen-Wechsel und nicht zu verwechseln mit sowas wie der Einführung von mobile Shopping wo sich "nur" die Präsentation letztlich geändert hat. Wir sind, glaube ich am Beginn einer komplett neuen Nutzung des Webs.
Browser werden mittelfristig durch AI-Agents ersetzt werden bin ich leider sicher und das Web wie wir es kenne wird in einigen Jahren aufhören zu existieren, eben weil es keinen Grund mehr gibt es zu besuchen.
Als Erinnerung (bzw. wink mit dem Zaunpfahl)
- Nichts ist so beständig wie der Wandel!
- Wandel gestalten wollen durch Nichtstun funktioniert?
- Augen zu, Ohren zu und soll jemand in Zukunft lösen ist eine Strategie?
- Konservierung ist der sichere Tod für alles!
Warum dieser Beitrag?
Grund für diesen Beitrag beziehungsweise dafür, meine Gedanken zu Papier zu bringen, war ein recht aktuelles Buch zu Agentic Commerce von Stefan Wenzel (https://stefanwenzel.com/book/agentic-commerce). Das Buch gibt einen guten Überblick über gewissen technische Dinge, aber macht mir persönlich Sorgen.
Obwohl das Buch die Leser vermutlich bereits wachrütteln sollte/wird, ist es in meinen Augen viel zu "harmlos", weil zentrale Trends und dessen Folgen glaube ich fehlen? Ähnliche Berichte habe ich auch an anderen Stellen zu Agentic Web in lezter Zeit gelesen und bin unsicher, ob die Einschätzungen nicht harmlos bzw. falsch sind?
Im Fachportalen bzw. Zeitschrift T3n.de wird es in meinen Augen bereits realistischer prognostiziert was passieren wird https://t3n.de/news/agentic-commerce-so-stellt-sich-google-die-zukunft-des-handels-vor-1724777/. Dort finden sich auch Hinweise zur Schaltung der Werbung (Direct Offers) auf die ich mich weiter unten beziehen.
Das Buch Agentic Commerce beschreibt verschiedene Szenarien was ich positiv finde. Eines davon ist das Erstarken von Marken, und da gehe ich komplett mit. Man sieht bereits jetzt, wie zum Beispiel Amazon alles tut, um im Agentic Web nicht gefressen zu werden. Amazon würde zum Beispiel niemals erlauben, dass Google oder ChatGPT an die Produktdaten von Amazon kommt und sich zwischen Amazon und die Kundschaft setzt. Sollte es jemals jemand schaffen zu verhindern, dass Besucher Amazon direkt besuchen beziehungsweise über einen von Amazon kontrollierten Kanal kommen, zum Beispiel Devices, Apps und so weiter, wäre das Unternehmen erpressbar. Das Unternehmen müsste dann womöglich früher oder später bezahlen, um überhaupt Traffic und Kunden zu bekommen. Um das zu verhindern, versuchen Marktplätze und Plattformen, ihre Marken deutlich zu stärken. Das Ziel ist recht offensichtlich: Kunden sollen direkt zu Amazon gehen und nicht auf die Idee kommen, außerhalb zu suchen. Das macht in meinen Augen auch komplett Sinn.
Dasselbe erlebt man bei allen Plattformen, die verstanden haben, was los ist. Jeder versucht, seinen Kundenkontakt über Apps, Newsletter, Social Media und andere mehr oder weniger kontrollierte Kanäle zu sichern. Das Ziel ist, sich so breit wie nur möglich aufzustellen, um sicherzustellen, dass der direkte Kontakt zum Kunden bestehen bleibt oder ausgebaut werden kann.
Ich befürchte, dass insbesondere kleine und mittlere Unternehmen nicht auf dem Schirm haben, wie heftig dieser Wandel wird. Aus der täglichen Arbeit weiß ich, dass viele Kunden die Sicherung von direktem Kundenkontakte über Newsletter/Social Media oder auch SEO (z.B. Corporate Blog) lange ignoriert haben. Selbst komplett offensichtliche Themen wie SEO haben viele KMUs selbst nach fast 20 Jahren eCommerce nicht auf dem Schirm und auch mittelständische Unternehmen verharren oft in alten Mustern und Denkweisen habe ich den Eindruck.
Das Ganze wird sich vermutlich sehr böse entwicklen für viele, da der Wettbewerb in Deutschland ja nicht schläft. Neben deutschen Unternehmen, kann ja auch jeder europäische Mitbewerber oder Firma aus EU-Drittland, problemlos Agentic Commerce nutzen und den deutschen Markt adressieren ...
KI-Zusammenfassung bereits Realität

Leider wird der graduelle Fortschritt, wonach alles ganz langsam geht, im Buch als zentrales Szenario genannt. Da gehe ich überhaupt nicht mit, und ich empfinde das als "unglückliche" Einschätzung der Lage eben weil die KI-Zusammenfassung ein Schritt ist, der zumindest für mich zu 100% zeigt in welche Richtung es geht.
Gemini ist NICHT die relevante Google KI im Bezug auf eCommerce
Im Buch wird die bereits existierende KI-Zusammenfassung von Google komischerweise übersehen? Es wird so getan, als wäre Googles KI nur Gemini, wenn ich es richtig verstehe. Gemini ist jedoch nur die offensichtlich sichtbare KI von Google.
Das Unternehmen selbst setzt seit über 25 Jahren auf Maschine Learning, forscht und entwickelt laufend weiter, und das macht es für seine Suche. Die (tief integrierte) Suche ist DAS Produkt von Google.
Ausführliche Infos zu KI Forschung von Google gibt es hier: https://blog.google/innovation-and-ai/products/google-ai-ml-timeline/
Gemini als Stand-Alone ist meiner Einschätzung nach (nur) für B2B-Kunden relevant, die eine KI selbst einsetzen möchten, um ihre Probleme zu lösen, Prozesse verbessern usw. Gemini als Standalone KI, kann man in meinen Augen schlicht ignorieren für Agentic Commerce, eben weil diese ja überhaupt nicht die Kundschaft bedient, die für Onlineshops relevant sind?
"Kein" Endkunde wird Gemini Abo oder ähnliches zum Shoppen nutzen. Wozu auch? Dafür gibt es die Google Suche die alles doch viel besser und einfacher löst für einen?
KI Funktionen im Bereich der regulären Google Suche
Für Händler ist die KI-Zusammenfassung von Google jetzt bereits von zentraler Bedeutung. Diese KI wird dort bereits seit etlichen Monaten beziehungsweise seit ein bis zwei Jahren(?) eingesetzt, und zwar nicht vom Kunden, sondern von Google zwangsweise. Google setzt diese schlicht automatisch für seine Kunden ein, und jeder bekommt sie bei einem großen Teil seiner Suchen ausgespielt.
Ich selbst kenne es in meinem Umfeld, dass diesen Zusammenfassung gefühlt blind vertraut wird, Quellenkritik oder ähnliches komplett ignoriert wird. Diese Entwicklung empfinde ich als super bedenklich, scheint aber bereits Realität zu sein?
Die "Google Suche" ist längst nicht mehr das was es vor wenigen Jahren noch war. Die "Universal Search" oder nun die "KI Zusammenfassungen" sind stückweise ausgerollt worden und sind für mich klare Zeichen in welche Richtung es gehen wird.
Suche mit erweiterten KI-Funktionen - Kipppunkt für Web?

Dazu hat Google im Mai 2026 nun den logisch nächsten Schritt öffentlich angekündigt. Aus der reinen KI-Zusammenfassung wird nun eine KI-gestützte Suche. Was sich erst einmal harmlos anhört, ist ein Gamechanger beim Zugriff auf das freie Web in meinen Augen.
Das ist eine Suche, die direkt KI nutzt und das eben für deutlich mehr als Ranking-Ermittlung. Eine KI versteht die Anfrage, erkennt was gemacht werden soll, Agents laufen los und lösen die Aufgabe(n), ermitteln die Ergebnis-Darstellung und stellt das Ergebnis inkl. der besorgen/verarbeiteten Daten da.
Die Ergebnisse sind aktuell noch primär Text, aber es wird schlagartig von Text zu hübsch aufbereiteten Texten, Tabellen, eingebetteten Bildern, One-Page-Websites und letztlich ganzen Mini-Websites gehen. Ein entsprechendes Patent ist bereits bekannt geworden um näher einzuschätzen was dort passieren wird.
mehr Infos zum Patent https://www.golem.de/news/internet-google-patent-personalisiert-unternehmens-webseiten-mit-ki-2603-207039.html
Jegliche Vergleichsplattform wird ein riesiges Problem bekommen, weil die Suche mit KI-Funktionen nicht nur die Suche und Vergleiche, sondern auch die Darstellung übernimmt. Und das alles in Google, ohne dass der User den Shop oder die Internetseite besucht, aus der die Daten kommen.
Das Web (Fokus auf Informationen) dürfte an diesem Punkt ein gewaltiges Problem bekommen? Eben weil die reinen Informationen bereits durch Agents/Crawler usw. erfasst werden und dem User in der für ihn beste Form bereits aufbereitet wird?
Universal Cart - Kippunkt für eCommerce?

Für viele Unternehmen geht es hier dann vermutlich ganz klar um die eigene Existenz vermute ich. Das Universal Cart ist ein universeller Warenkorb. Aus Kundensicht ist das natürlich super und heißt im verlinkten Blogbeitrag:
„Der universelle Einkaufswagen ist ein intelligenter Warenkorb und das neue agentische Hub für Shopping bei Google. Er funktioniert bei Google-Services und Händlern. So könnt ihr Produkte in den Warenkorb legen, während ihr in der Google Suche unterwegs seid, mit Gemini chattet, YouTube schaut oder Mails in Gmail lest.“ (quelle: https://blog.google/intl/de-de/produkte/suchen-entdecken/google-shopping-cart/)
Nun muss man sich das Ganze einmal auf der Zunge zergehen lassen: Produkte in den Warenkorb legen, während man in der Google Suche unterwegs ist, mit Gemini chattet, YouTube schaut oder Mails in Gmail liest.
Universell bedeutet hier EINEN Warenkorb der UNIVERSELL für ALLE Einkäufe in EGAL für welches PRODUKT vom egal welchem Onlineshop genutzt werden kann... und vermutlich auch wird...
Man stelle sich in der realen Welt einen Warenkorb vor dem man sagt was man sucht und der Warenkorb bestimmt ob ein Produkt von Discounter A, B oder D im Warenkorb landet... Und diese Warenkorb befüllt sich bereits automatisch mit Bananen usw. bzw. schlägt Dinge vor, wenn man nur ein Foto von Banannenkuchen angeschaut hat. Das ist für Kunden schon sehr praktisch?
Aber für Händler bzw. Shopbetreiber? Das dürfte der Kippunkt für den bisher bekannten eCommerce sein? Die Auswirkungen davon werden vermutlich größer sein, als man es sich aktuell überhaupt vorstellen kann?
Was bedeutet das für einen selbst dann ganz konkret auf die nächsten Jahre betrachtet? Wer glaubt, dass es nur beim Warenkorb bleiben wird? Wäre die Überwachung des Order-Status direkt in Google für die User viel praktischer? Und eine Historie der bisherigen Einkäufe? Wunschlisten mit Produkten für spätere Einkäufe? Bewertungen der Produkte sind eh logisch?
Wer glaubt, dass es nicht in so eine Richtung geht... Der sollte sich immer Fragen. Was ist das beste/einfachste für den User und warum sollte Google NICHT das versuchen umzusetzen?
Onlineshop Frontend als direkter Kanal zum Kunden trocknet aus?

Hier hilft es, sich einmal bewusst gewisse ungemütliche Fragen zur aktuellen eCommerce-Strategie und der sich klar abzeichnenden Entwicklung zu stellen. Es ist hier super wichtig zwischen dem Onlineshop und seinen Daten/Funktionen (Logistik-Anbindung usw.) dem Frontend und seinen Produkten zu unterscheiden!
Die Daten und vor allem die Produkte und auch Lieferung bleiben bestehen. Ich gehe nicht davon aus, dass Google überhaupt Interesse hat sich mit Lagerhaltung, Versand und ähnlichem rumzuschlagen. Das macht Amazon bereits und bietet die Logistik/Versand auch seinen Kunden an. Google dagegen hatte jedoch historisch keinerlei Interesse an physischen Gütern sondern diese reichen ja "nur" Daten durch und holen sich dabei ihre Anteil.
Google hat somit vermute ich null Interesse an den eigenen Produkten, aber an den Daten(!)
Was passiert wenn der (Erst)Kontakt mit dem Kunden über das Frontend des Onlineshop wegfällt und der Besucher/Kunde schlicht in Google bleibt? Rein Agenten mit dem Shop kommunizieren?
- Was definiert dann wohl, ob und welche Produkte die Kunden in den Warenkorb legen?
- Wer kontrolliert, ob der Kunde spontan noch Zubehör oder Ersatzteile mitnimmt?
- Wie funktionieren generell Cross-Selling, Upselling und ähnliche Mechanismen in diesem Zeitalter?
- Wie kommt ein Kunde in einen Newsletter, in dem man ihm 5 Euro Rabatt für ein Kundenkonto gibt?
- Wie sieht der Kunde dann überhaupt die Banner und Inhaltsseiten mit den Informationen rund um das eigene Unternehmen?
- Wie vermittelt man das Markenimage des Kunden, um diesen davon zu überzeugen, dass man selbst der richtige Anbieter ist?
- Wie bekommt man die Besucher des Onlineshops beziehungsweise der Internetseite zunächst zu Newsletter-Abonnenten oder dazu, Videos anzuschauen?
- Wie schafft man es, dass aus Besuchern über mehrere Schritte und womöglich über Wochen oder Monate hinweg Kunden werden?
- Wie entwickelt sich das dann weiter?
Massive Auswirkungen auf eCommerce-Strategien bzw. Geschäftsmodell
Wer hier immer noch kein Problem für seine eCommerce-Strategie sieht, ist entweder super aufgestellt (X direkte Kanäle zu Interessenten + Kunden) und hat das Thema bereits tief durchdrungen oder wird (realistischer) böse überrascht werden glaube ich.
Hier ist es wichtig, sich wirklich bewusst zu machen, was das bedeutet:
- Wie verhält sich der SEO-Traffic bereits jetzt (mit "nur" KI-Zusammenfassung)?
- Wie brutal ist der Einbruch beim Umsatz durch Einbruch der organischen Suche bereits jetzt?
- Wie schwierig ist es geworden, Neukunden zu gewinnen?
- Wie verhält sich das Kaufverhalten der Stammkunden? (und wirklich ehrlich sein und die wirtschaftliche Lage rausrechnen)
Es betrifft mich nicht? Ist ja nur die Google Suche?

Das Ganze wird natürlich auf der Google Website ausgerollt, aber eben auch im Browser Chrome und tief im Android-Smartphone-Betriebssystem. Auch das wird im genannten Buch leider übersehen.
Es geht hier nicht nur um die "unbedeutende Google Suche". Man muss sich schlicht bewusst machen:
- Welche Wege gibt es abseits von Google überhaupt, um auf das freie Web zuzugreifen?
- Wo und wie kommt man ins freie Web, ohne über eine Variante der Google Suche bzw. Dienste zu gehen?
- Welche Suche hat man als Apple-User wohl als Standardsuche?
- Wie hoch sind die Marktanteile anderer Suchanbieter?
- Was für eine Suche wird auf wearables wie Brillen, Headphones wohl von Usern gewählt werden?
Hinweis: Auch YouTube gehört zu Google. Was wird dort wohl früher oder später auch ausgespielt werden? Am Ende von Videos? In Videos?
Der ganze Bereich AdWords gehört ebenfalls zu Google. Bedeutet Google fängt in keinerweise bei Null an wie ChatGPT oder ein beliebiger anderer KI-Anbieter. Wer hat mehr Ahnung von wie man im Internet Geld verdient als Google?
Es ist NICHT wie Einführung vom Mobile Commerce
Evtl. denkt man, dass es ja alles nicht so heiß gegessen wird, wie es gekocht wird? Das man wie im Bereich "Mobile Commerce" bzw. "mobile online" ja viel Jahre Zeit zum Wechsel hatte. Das ist in meinen Augen falsch und ignoriert wer/was hier die Trigger sind.
Bei Mobile Commerce hat sich der Commerce selbst nicht wirklich geändert. Der exakt selbe Shop musste ja "nur" über mobile Geräte nutzbar sein. Dazu war bei Beginn bereits klar, dass der Desktop-User nicht plötzlich zum Mobile online use werden wird.
Es hat sich "Couch Commerce" herausgebildet wo viele Menschen schlicht an einem festen Ort über mobile Device Seiten besucht haben. Dazu sind insbesondere Jüngere komplett auf "mobile Online" umgestiegen.
Und der entscheidende Punkt ist was hat den überhaupt den Wechsel ausgelöst? Es ist niemand gekommen und hat allen Leuten ihre Desktops/Notebooks weggenommen und hat diese durch Smartphones ersetzt. Die Menschen mit Smartphone und Desktop mussten selbst (irgendwann) überlegen mal mobile Commerce zu testen. Erst womöglich große Plattformen und später hat man sich auch mal in kleineren Shops getraut mobile einzukaufen.
Wenn google jedoch (stückweise) die Suche mit KI-Unterstützung auf der Website, Browser Chome und Android ausrollt und die reguläre Suche immer weiter in den Hintergrund rückt (weil diese aus Kundensicht schlicht schlechter sein wird) wird was passieren? Bei eCommerce vor mobile Commerce musst der User selbst sein Verhalten ändern!
Das Verhalten der User musste sich erst anpassen. Beim Agentic Commerce wird jedoch schlicht nur 1 Warenkorb getauscht und das nicht mal vom User selbst. Der User rutscht stückweise von "KI-Zusammenfassung" weiter in eine KI unterstützte Suche. Und ich bin sicher in <2 Jahren kann man so einkaufen und in <5 Jahren werden viele so einkaufen wie bisher auch, außer, dass der Warenkorb eben von Google ist.
Der logische Weg ist glaube ich, dass es sich sehr schnell durchsetzen dürfte, eben weil es aus Kundensicht super bequem werden dürfte.
Wandel gestalten - Was für Optionen hat man?
Hier soll einmal überlegt werden, welche Handlungsoptionen es überhaupt dann noch gibt für Onlineshop-Betreiber.

Sich informieren - zwingend nötig
Wer nun glaubt konservative Denkweise und Ideologie wäre eine super Idee, der wird mit großer Sicherheit früher oder später den Bach runtergehen. Es ist wichtig sich zu verdeutlichen, dass NICHTS so beständig wie der Wandel ist. Selbst Steine werden früher oder später zu Staub zerfallen.
Alles was lebt wird durch Konservierung und Nichtstun evtl. kurzfristig in dem Zustand gehalten, aber wirklich niemand möchte Obst was 2 Jahre konserviert wurde. Identische gilt auch für Unternehmen und ganze Wirtschaftszweige. Wer sein Unternehmen konserviert und nicht permanent Abläufe, Ziele, Produkte oder auch Kundenbeziehungen hinterfragt, riskiert meiner Meinung nach sein Unternehmen.
Damit man Wandel gestalten kann, ist es somit zwingend nötig sich zu informieren. Das schwierige ist dort schlicht die richtigen Informationsquellen zu identifizieren. Ich selbst kann dort (bei egal welchen technologie Themen) immer den Rheinwerk-Verlag empfehlen.
Buch "Generative Engine Optimization" - Optimieren für mehr Sichtbarkeit & Reichweite bei ChatGPT & Co. (https://www.rheinwerk-verlag.de/generative-engine-optimization-inhalte-optimieren-fuer-chatgpt-und-co/).
Ansonsten ist das Angebot an Informationen rund um Agentic Web und Agentic Commerce ständig im Wandel. Es gibt etliche Youtube-Channel und auch Podcasts die sich in unterschiedlicher Tiefe mit den Themen beschäftigen. Für Händler ist es vermutlich jedoch zu Zeitaufwendig so tief permanent in das Thema einzusteigen.
Daher ist meine Empfehlung das Rheinwerk Buch wirklich durchzulesen bzw. zu überfliegen, ob eine solide Basis (zumindest in 2026) zu haben. Welche Wege man dann wiederum wählt um den zu begegnen sind vielfältig. Wer jedoch dort blind reinstolpert, dürfte ziemliche Probleme bekommen die nächsten Jahre.
Nicht mit Google zusammenarbeiten?
Will man nicht mit Google Shopping zusammenarbeiten? Bedeutet das, dass Google dann nicht die eigenen Produktdaten hat und man nicht im Universal Cart angezeigt wird? Woher sollen dann überhaupt die Käufe kommen? Vor allem: Wie viele Händler werden natürlich mitmachen, und wie will man das selbst kompensieren?
Es gibt realistisch gesehen keinen Weg drumherum. Man muss schlicht Google Daten liefern um überhaupt auffindbar zu sein.
GEO - Generative Engine Optimization - Datensilo für hochwertige Content bleiben/werden
Im Bereich vor dem eigentlichen Kauf, wenn sich User noch informieren, besteht zumindest eine marginale Chance noch Kunden auf die eigene Seite zu bekommen. Oder zumindest Links oder auch wirklich Zitate zum eigenen Onlineshop bzw. Blog zu bekommen.
Der zentrale Bestandteil und Fokus von GEO im Vergleich zu SEO ist es noch viel stärker auf die Suchintention zu gehen. Sowie dann in Themenclustern und eben möglichen Prompts der Suchenden zu denken.
GEO bzw. SEO erweitern/nachjustieren, sodass es für KI-Zeitalter passt, ist eine reale Chance und in meinen Augen zwingend nötig um nicht in der Bedeutungslosigkeit zu versinken. Wer keinerlei SEO macht und wirklich nur Produkte im Shop hat, der wird vermutlich rein zum "Produktdatenlieferanten" werden in einigen Jahre glaube ich.
Hierrüber besteht idealerweise noch die Chance die eigenen Produkte/Dienstleistungen für bestimmte Suchintention-Cluster relevant zu machen. Bedeutet, wenn jemand nach gewissen Dingen sucht ohne Nennung von Produkten, wird man selbst evtl. als passende Lösung angezeigt. Genauso wenn bestimmte Produkte/Dienstleistungen gesucht werden, besteht die Chance über die zusätzlichen von einem gelieferten Infos von der KI als womöglich beste Ergebnis klassifiziert zu werden.
Einfaches plumpes Beispiel wäre statt nur "Hundefutter Welpe" entsprechend ausführliche Informationen rund um Futter für Welpen, warum, wieso, was es zu beachten gilt, was zu vermeiden usw. vorzuhalten. So besteht eine Chance, dass die KI (wie bei SEO bereits) die eigene Marke/Shop/Produkte entsprechend als Autoriät im Bereich "Welpen Aufzucht bzw. Futter" ansieht. Somit sollte die Chance steigen, wenn jemand einen Prompt verwendet wie "Welche Futter sollte ich für einen 2 Monate alten XY Hund verwenden" das eigene Produkt vorgeschlagen wird.
Paid Möglichkeiten - Direct Offers (Google Ads)
Direct Offers ist ein Google Ads Pilot für Googles AI Mode. Wenn ein Nutzer in einer KI-gestützten Shopping-Suche sehr kaufnah wirkt, kann Google zusätzlich zu passenden Produktempfehlungen ein gesponsertes Sonderangebot eines relevanten Händlers anzeigen. Google beschreibt das Beispiel als speziellen Rabatt, etwa 20 Prozent, direkt im AI Mode.
Der Händler legt die Angebote in den Kampagneneinstellungen an. Googles KI entscheidet dann, wann ein Angebot zur Suchabsicht passt und angezeigt wird. Anfangs geht es vor allem um Rabatte. Später sollen auch andere Angebotsformen möglich sein, zum Beispiel Bundles, kostenloser Versand oder Loyalty-Vorteile.
Quellen https://blog.google/products/ads-commerce/agentic-commerce-ai-tools-protocol-retailers-platforms/
Für Händler ist der Kern: Sie können einzelnen kaufbereiten Nutzern ein gezieltes Angebot machen, ohne den allgemeinen Shoppreis oder das öffentliche Angebot für alle Kunden ändern zu müssen. Google positioniert Direct Offers damit als Werkzeug, um im entscheidenden Moment vor dem Kauf sichtbarer zu werden und den Abschluss wahrscheinlicher zu machen.
Quelle: https://blog.google/products/ads-commerce/digital-advertising-commerce-2026/
Im größeren Agentic-Commerce-Kontext passt das zu Googles Universal Commerce Protocol. Dieses soll KI-Interaktionen mit Commerce-Systemen verbinden, damit Nutzer Produkte nicht nur finden, sondern perspektivisch direkt aus AI Mode oder Gemini kaufen können. Händler bleiben dabei laut Google Merchant of Record und behalten die Kundenbeziehung.
Quelle: https://developers.google.com/merchant/ucp
In folgendem Beitrag wird bereits auf eine Hotel-Buchungs-System hingewiesen was Google wohl baut. Dort wird eine Auktion beschrieben die mehr oder weniger unsichtbar für die Anbieter abläuft. Der Suchende sucht nach "Hotel in Paris am Wasser" und dann entscheidet die unsichtbare Auktion welche Hotels angezeigt werden. Bedeutet man bietet nicht mehr auf Keywords sondern es läuft ein zumindest für mich unklare/unsichtbare Auktionssystem ab?
Auf Hostpitalitynet.org wurde das ganze nochmal am Beispiel einer Hotelbuchungsseite erläutert. Der Artikel argumentiert, dass Googles Universal Cart im Hotelbereich vor allem ein strategischer Platzierungsmechanismus ist. Google baut zwar einen Checkout mit Google Pay innerhalb eigener Oberflächen, verzichtet aber laut Artikel bewusst darauf, selbst Verkäufer zu werden oder eine Transaktionsprovision zu nehmen. Der entscheidende Punkt ist: Die Hotelmarke oder der jeweilige Anbieter bleibt Merchant of Record, während Google die Oberfläche kontrolliert, auf der die Buchungsentscheidung entsteht.
Die These des Artikels lautet: Für Google ist nicht die Buchung selbst der wertvollste Teil, sondern die Sichtbarkeit im Moment der Entscheidung. In einer agentischen Suche, in der KI aus vielen Optionen nur wenige Empfehlungen macht, wird die Platzierung innerhalb dieser Empfehlung extrem wertvoll. Dadurch verschiebt sich der Wettbewerb weg von klassischem Keyword-Bidding hin zu unsichtbareren KI-gesteuerten Auktions- und Empfehlungslogiken. Für Hotels und OTAs bedeutet das: Die zentrale Frage ist nicht, ob Google eine Provision auf Buchungen nimmt, sondern wie teuer es wird, von Googles KI überhaupt als relevante Buchungsoption ausgewählt zu werden.
Das in meinen Augen verrückte ist... Wenn Google wirklich KEINE Provision nimmt sondern eben wirklich die Unternehmen so "motiviert" Rabatte bzw. Angebote im Rahmen von Direct Offer zu geben, müsste es eigentlich zu einem Preiskampf unter den Anbietern kommen. Sprich statt das es teurer wird, weil jeder Marketingausgaben auf seine Preise drauflegt und diese logischerweise an den Kunden weitergibt, passiert das Gegenteil.
Unternehmen haben ihren Produktpreis und gleichzeitig können diese scheinbar überlegen wieviel Prozent-Rabatt sie letztlich an Rabatt geben möchten. Bedeutet das für den Kunden womöglich beste Produkt, kann dann "verdrängt" werden, wenn ein eigentlich schlechtere Auswahl X% Rabatt geben möchte?
Das Ergebnis aus Kundensicht dürfte sehr positiv sein. Die Ergebnisse der Entwicklung für Händler/Anbieter wird aber wiederum starker Preisdruck aufgrund KI-gestützter Vergleiche weit über den reinen Preis hinaus sein.
Zwingend direkten Kanal zu Interessenten/Kunden aufbauen - SOFORT
Der aller wichtigste Weg ist sicherlich die Ereichtung des Zieles, dass direkte Weg Interessenten und Kunden abseits von Google aufgebaut werden. Hier sind die Möglichkeiten unterschiedlich und hängt jeweils vom Unternehmen, Positionierung und Möglichkeiten ab.
Das kann z.B. Newsletter, Social Media aber auch Offline-Events, Messen und ähnliches sein. Es gilt hier alles zu prüfen was im Werkzeugkasten an Möglichkeiten gibt und möglichst vieles zu nutzen.
Man muss sich hier schlicht bewusst sein, dass wenn das scheitert, hat man ein riesiges Problem! Sollte man es z.B. nicht schaffen zeitnah einen echten Newsletter aufzubauen und diesen bespielen zu können, kommen woher die Kunden?
Oder hat man bereits eine mächtige Social Media Präsenz auf UNTERSCHIEDLICHEN Social Media Plattformen? Oder hat man einen Plan was man macht, wenn es auf Platform A zu Problemen kommt?
Die Möglichkeiten hier sind vielfältig und werde ich vermutlich in einem separaten Blogpost später behandeln.
Raus aus der Mitte - Mitte stirbt?
In meinen Augen bedeutet der starke Wettbewerbsdruck und erhöhte Transparenz bei den Angeboten, dass die "Mitte" schlicht austauschbar wird. Wer Produkte verkauft, die es bei X anderen Händlern auch gibt, eine Mischkalkulation hat, wird glaube ich starke Probleme bekommen.
Der Fakt, dass man bei einigen Produkten günstiger war, darüber Kunden werben konnte und über Cross-Selling bzw. Newsletter usw. so Kunden binden konnte, dürfte früher oder später wegfallen. Der Grund ist, weil man ja schlicht IMMER der günstigeste bzw. beste Angebot haben muss um überhaupt im Agentic Commerce als relevant Option zu erscheinen.
Das wiederum bedeutet man muss die "Mitte" vermutlich meiden oder sich zumindest bewusst sein, dass es "in der Mitte" vermutlich sehr hart und eklig werden wird.
Fokus auf margenstarke Nischen - Exklusiv
Was funktionieren sollte ist sich auf exklusive/hochpreisige Produkte zu spezialisieren, die schlicht kaum bis kein Wettbewerb haben. Dort dürfte es schlicht schwer bis nicht möglich sein, dass man dort verdrängt wird, eben weil es keine andere in der jeweiligen Nische gibt. Ob man nun absolut oder relativ eine hohe Marge hat, ist egal. Beide Ansätze sollten profitabel sein (wenn der Wettbwerb schlicht fehlt)
In diesem Beitrag geht es generell um Nischen und den Verkauf über Magento Onlineshops
Fokus auf niedrig Margen - Fast Commerce und Online Resterampe
Genauso dürfte der niedrig Margen Bereich funktionieren (jedoch kaum für kleine und mittlere Unternehmen). Wer hier eine super hohe Automatisierung, Digitalisierung und schlicht super niedrige relative Kosten hat, kann hier vermutlich bestehen. Wer es schafft in einer im Produktsortiment niedrigen Marge absolut dennoch profitabel zu Arbeiten, kann hier laufend "alle" Mitbewerber unterbieten.
Der Grund ist auch hier, dass Agentic Commerce die Transparenz der Angebot so drastisch erhöhen wird, dass dieser Druck etliche Mitbewerber aus dem Markt drängen wird. Weil warum sollte jemand X Euro mehr zahlen, wenn es bei einem anderen günstiger gibt?
Für kleinere Unternehmen funktionieren kann, ist die "Online Resterampe". Wer sich spezialisiert günstige Produkt in größeren Volumen schnell zu bewegen, könnte auch hier seine Nische finden. Dank Agentic Commerce sollte das Angebot nun deutlich schneller beim Kunden sein. z.B. "Was kann ich im Sommer im Garten mit meinen Kindern machen ohne viel Geld auszugeben?". Der AI-Agent schlägt verschiedenste Dinge vor und eines ist z.B. "Badminton spielen. Udos Resterampe hat Badminton-Familien-Set für 10€ inkl. Versand im Angebot".
AI-Recherche zur Nischenfindung wird Pflicht?
Diese hoch oder auch niedrigpreisigen Nischen sind vielfältig und gewisse dürften sich laufend ändern. Es mögen Produkte sein oder auch ganze Kategorien an Produkten/Dienstleistungen?
Dank AI dürfte es auch deutlich schwerer sein sehr lange Zeit unentdeckt zu bleiben in einer lukrativen Nische. Eine der Bereich wo AI schlicht jeden Researcher schlägt ist schlicht die Recherche. Wer weiß wie man vernüftig prompte, sollte hier sehr schnell neue Nischen finden oder sich auch in bestehenden Nischen breit machen wo Unternehmen sich zu sicher fühlten.
Es wird hier vermutlich schlicht sehr wichtig AI selbst einzusetzen um seine Nische zu verteidigen, nachzujustieren und mehr
Folgender Blogpost beschreibt diesen Bereich und gibt hoffentlich eine Anregungen zur Nutzung eines AI Chat Clients
Trend-Commerce als neuer eCommerce Trend?
Klassische Beispiele sind hier die "Dubai Schokolade" und andere Trends die kurzzeitig aufpoppten und alle die die Nachfrage schnell bedienen konnten, waren sehr erfolgreich. Das ganze in Kombination mit Social Media (Social Commerce). Mit Agentic Commerce dürfte auch das nochmal deutlich beschleunigt werden.
Wenn nun das beste Angebote aus Kundensicht gewinnt, bedeutet es, dass die Personen, die in der Lage sind gewisse Trends schnell zu erkennen und die Produkte "versandfertig" haben in ihre Datensilos, schlicht sofort mit der Nachfrage "verbunden" werden dürften?
Die KI-Agents werden schlicht das Netzt durchsuchen nach jedem "Karton" eines hype Produktes. Wenn die entsprechenden Anbieter nur rudimentär saubere Daten/Protokolle für Agents verwenden, werden die Agents sich darauf stürzen und die Nachfrage auf diese Anbieter leiten.
Das bedeutet im Umkehrschluss, dass der Kanal ZUM Kunden, KEIN Problem bzw. Risiko für diese Geschäftsmodell ist. ABER eben nur, wenn das eigene Geschäftsmodell darauf basiert, dass man schlicht Trends/Hypes super schnell erkennt und diese lieferbar hat, skaliert usw.
Ein Vorteil ist dann, dass man schlicht NICHT auf Plattformen und Werbung angewiesen ist um schnell angezeigt zu werden oder ähnliches. Man hat ja Google als Plattform und muss schlicht "nur" das beste oder überhaupt ein Angebot für den Hype haben.
Ein ähnliche Entwicklung gibt es bei Lieferdiensten bereits seit Jahren. Eine Pizzeria kümmert sich nicht Ansatzweise um die Lage mit Laufkundschaft vor Ort. Man meldet sich bei einem Lieferdienst an und dieser versorgt einen mit Kunden. Ab da geht es rein um das Angebot, Preis und eben Qualität/Bewertung als mögliche Geschäftsmodell.
Man muss sich hier nur vorstellen: Dubai Schokolade ist überall ausverkauft? Man selbst hat 1 Container in Anlieferung, dessen Ware in 1 Woche verschickt werden kann. Zur richtigen (Hype/Trend) Zeit, muss man sich keinerlei echte Gedanken machen um den Kontakt zum Kunden dank Agents.
Hier kann es zu einem sehr spannenden Markt für neue oder auch etablierte Unternehmen kommen wo Einkaufspreise, Beziehung zu Herstellern, Geschwindigkeit und ähnliches womöglich deutlich an Relevanz gewinnen werden.
Für das freie Web verzögernde Szenarien?
Hier möchte ich einmal mögliche Szenarien beschreiben, die eine evtl. zumindest verzögernde oder klar positive Auswirkung haben könnten.

Die Hoffnung, dass Universal Cart eventuell scheitert?
Eine Hoffnung ist womöglich, dass das Universal Cart scheitern wird. Dazu muss man sich einfach nur bewusst machen, dass Google bereits Google Shopping hat. Dort ist gefühlt jeder Händler im Westen bereits mit seinen Produkten gelistet. Sprich: Die Onlineshops sind per API an das Merchant Center angebunden und übermitteln ihre Produktdaten direkt an Google. Die Produkte wiederum werden für Suchende und Kunden in Google Shopping bereitgestellt.
Aktuell ist es jedoch so, dass man dort nur die Produkte, Preise und so weiter sieht, klickt und dann im Shop beziehungsweise auf der Internetseite des Kunden landet.
- Ist es realistisch zu glauben, dass das so bleiben wird?
- Wäre es nicht viel praktischer für Kunden, wenn man ein Universal Cart hätte und eben nicht mehr auf die Shops gehen müsste?
- Wie viele Händler werden wohl sofort mitmachen, um die Chance für sich zu nutzen?
- Wie viele Händler werden den Trend verschlafen und komplett abgehängt werden?
Wer hier glaubt, dass das nicht passieren wird, sollte sich fragen: Warum sollte es nicht passieren? Aus Kundensicht wäre es eine extreme Vereinfachung, wenn man nicht mehr einzelne Onlineshops besuchen müsste, sondern es eine alles dominierende Super-App beziehungsweise Suche gäbe.
Plattformen bekämpfen sich gegenseitig und Händler profitieren?
Ein in meinen Augen sehr positives, aber komplett unrealistisches Szenario ist, wenn sich Google und Plattformen bekämpfen würden und sich wilde Preiskämpfe um Provisionen und ähnliches liefern würde. Es wird mit großer Sicherheit Player geben, die nicht abhängig von Google sein werden aufgrund Ihrer Marktmacht wie z.B. Amazon und in Deutschland evtl. Otto. Diese sind so stark, dass diese (hoffentlich) genug Traffic bzw. direkten Kanal zum Kunden haben.
Ein Szenario könnte sein, dass sich diese nun unterbieten mit Aktionen/Rabatten. Aber das Ganze halte ich für ziemlich unrealistisch. Warum? Weil es schlicht um viel Zuviel Geld geht. Wenn dort eine Einigung unter den großen US-Firmen gefunden wird, kontrollieren diesen das komplette freie Web noch stärker als sonst und die Gewinne steigen noch stärker. Ein Preiskampf wäre so schädlich für das Geschäft, dass es kaum jemand machen würde. Deutsche Firmen sind dazu so schwach, dass diese diesen vermutlich in keiner Weise überleben würden.
Vermutlich werden sich die großen US-Konzerne versuchen mit massivem Ausbau von Marketing besser zu positionieren. Amazon wiederum wird sein "Locked in"-Modelle wie Abos und ähnliches deutlich ausbauen? Google wiederum wird über die Qualität seiner KI und Zugriff der Daten vermutlich versuchen User an sich zu binden?
Renaissance Offline Handel - Digital Detox?

Begrüßend wäre glaube ich, wenn es ernsthafte und breite digital Detox-Bewegungen bzw. Bewusstsein evtl. bald gibt? Wird die schädliche Wirkung von Social Media wirklich bewusst wahrgenommen und es ist akzeptiert sich davon zu distanzieren? Weniger "Screen-Time"?
Belebung von Innenstädten?
Wird es womöglich eine Renaissance des Einzelhandels geben? Schaffen es Innenstädte wieder als Ort des Austausch zu werden und nicht Orte wo man Waren kaufen muss?
Meine Theorie ist, dass der Fokus auf den reinen Verkauf die Innendstädte selbst zerstört hat. Marktplätze und Innenstädte waren nie ein Ort des reinen Verkaufs. Es war ein Ort wo man sich getroffen hat und Handel zu betreiben. Handel, der aber nicht nur auf Ware beschränkt war sondern es schlicht auch um Austausch von Informationen ging.
Die Entwicklung der großen Einkaufszentren, die Erlebnis, Shopping und Kultur vereinten waren glaube ich eine eigentlich richtige Entwicklung für Einzelhandel.
Diese Entwicklung wurde jedoch vom Internet komplett platt gemacht worden. Statt jedoch nun die Innenstädte wieder mit niedrigschwelligen Angeboten attraktiv zu machen, wurde lange Zeit scheinbar nur auf "wie bekommt man Kunden in die Stadt" fokussiert. Der Grund warum Menschen in die Stadt davor gegangen sind wurde komischerweise ignoriert und man hat rein auf den heulenden Einzelhandel gehört, der Umsatz-Rückgang bemängelte, aber die Ursache dafür wurde ignoriert?
Sollte es gelingen, wirklich Menschen in Innenstadt zu bringen als Gegenpol zur digitalen Welt, echte Erlebnisse, echten Austausch, niederschwellige Kultur-Angebot (Straßenmusik, Kunst für alle usw.) zu fördern, dann wäre das glaube ich eine sehr positive Entwicklung. Das wiederum würde dem Einzelhandel erlauben seine eigene Onlinepräsenz abseits von Google zu bewerben oder schlicht den "Multi-Channel" Gedanken weiter stärken.
Das Szenario halte ich für regional beschränkt durchaus realistisch bzw. erlebt man bereits. In hochgradig gentrifizierten Vierteln mit hohem Einkommen sind die Cafes usw. bereits wieder komplett voll und Einzelhandel bzw. Manufakturen in diverser Form floriert.
Jedoch gehe ich davon aus, dass dies sich leider primär in einkommensstarken Regionen etablieren wird (wo man es sich leisten kann). In Regionen mit geringem Einkommen wird "der freie Markt" mit aller Grausamkeit vermutlich zuschlagen mit allen Folgen. Selbst Dorfkiosk und kleine Geschäfte haben kaum eine Chance, weil die Kundschaft liefer zum Discounter fährt und der Teufelskreis vermutlich nicht gestoppt werden kann?
Erstarken von (digitalen) offline Werbung?
Ein Szenario was ich durchaus für sehr realistisch halte ist, dass es mehr und mehr zum Aufbau neuer Offline Kanäle zu Interessenten kommt. Wenn es absurd teuer bzw. kompetitiv wird die Zielgruppe online zu erreichen, muss man logischerweise offline gehen um mit eingesetztem Kapital mehr/gleiche Wirkung zu erzielen. Das geht zum einen über TV-Werbung, aber eben auch über Formate wie die Werbung über Monitore in Kiosken, Werbetaffeln und ähnlichem. Da sind wir vermutlich erst am Anfang?
Selbst Dinge wie Print-Werbung, Werbung im ÖPNV (z.B. Straßenbahn, Busse usw.) dürfte eigentlich deutlich an Attraktivität gewinnen, da man darüber vermutlich besser/günstiger die eigene Zielgruppe erreichen kann, als es online möglich wäre. Es hängt natürlich von der Zielgruppe ab. Wenn es NICHT zu deutlichem Anstieg an Möglichkeiten gibt solche Werbung zu schalten würde es mich sehr wundern.
Klassische Radio-Werbung und Print-Werbung?
Es würde mich persönlich nicht wundern, wenn es auch dort wieder einen Anstieg gibt. Auch darüber dürfte es ja eigentlich möglich sein entsprechend Zielgruppen zu erreichen. Problem ist hier Kosten/Nutze der Produktion der Medien selbst vermute ich?
Es wäre fänd ich wünschenswert, wenn der Druck im Onlinebereich Werbetreibende schlicht zwingt wieder z.B. regionale Radio oder regionale Print-Werbung schalten zu müssen. Das wiederum, könnte eine Gegenbewegung zu Online-Medien darstellen, sodass Lokaljournalismus und ähnliche Bereich wieder vernünftige Finanzierungen erreichen können?
Das selbe dürfte für Nischenformate hoffentlich gelten? Nischenzeitschriften und ähnliches, dürften eigentlich in der Lage sein durch vermutlich steigenden Einnahmen pro Werbung sich hoffentlich besser zu finanzieren?
Reine Online-Medien wiederum sind platt gesagt ja komplett am Arsch... Wenn KI-Zusammenfassungen generiert und letztlich "0" Besucher mehr auf die Seite bringt, ist es eine harte Zeit überhaupt neue Abonnenten zu gewinnen oder schlicht Werbung zu schalten, da ja niemand mehr auf die Seite kommt?
Realitätscheck/Historie - Bindeglieder werden übersprungen oder fallen weg

Im Buch Agentic Commerce wird mehrfach auf die Historie hingewiesen: Im eCommerce wurde es eigentlich nie besser oder offener, sondern es gab schlicht immer mehr Machtkonzentration und die Ersetzung von Bindegliedern beziehungsweise Intermediären. Realistisch ist genau das auch künftig zu erwarten. Mit dieser Aussage gehe ich komplett mit, und das ist, glaube ich, auch sehr wichtig, sich bewusst zu machen.
Wer im eCommerce aktiv ist, hat das eventuell schlicht vergessen oder als normal akzeptiert. Es ist einfach total normal, dass sich alles sehr schnell entwickelt und man Trends schnell analysieren und einordnen muss. Wer das nicht macht, wird üblicherweise nach ein paar Jahren verdrängt, die Käufe stagnieren und dann geht es langsam bergab.
Es geht hier aber eben nicht um den Wechsel von Desktop-Shopping zu Smartphone-Shopping, sondern um einen brutaleren Wechsel in der Art, wie das Netz genutzt wird und ich bin unsicher, ob die Auswirkungen dieser Weichenstellung bewusst sind.
Nur als Erinnerung:
Vor dem eCommerce gab es Großhändler, die bei Fabriken eingekauft und Dinge an Handelsunternehmen verkauft haben. Es gab eine riesige Anzahl an Außendienstmitarbeitern, die mit Katalogen und Beispielprodukten Einzelhändler besucht und Dinge gezeigt haben. Es gab riesige Handelsmessen, zu denen man schlicht hingehen musste.
Diese Bereiche sind im B2C mehr oder weniger bereits verschwunden. Im B2B gibt es sie noch, aber im B2C kauft jeder Einzelhändler natürlich per eCommerce direkt beim Hersteller oder zumindest beim Großhändler ein. Es gibt üblicherweise hochgradig integrierte eCommerce-Schnittstellen. Bestellungen können direkt aus dem eigenen Warenwirtschaftssystem ausgelöst werden, oder der Einzelhändler nutzt einen Onlineshop des Herstellers beziehungsweise Großhändlers. Die Bindeglieder Außendienstmitarbeiter, Zwischenhändler und so weiter sind fast komplett verschwunden.
Der Einzelhandel, der den exklusiven Kontakt zum Kunden hatte, hat seine Zwischenzulieferer ausgeschaltet. Nun wird seit Jahren bereits der Einzelhandel selbst übersprungen. Kunden kaufen direkt bei Plattformen wie eBay oder bei Händlern wie Amazon und Otto, die letztlich zu Plattformen beziehungsweise zu Mischungen aus Hersteller, Händler und Plattform wurden.
Dazu gibt es eine große Zahl hochspezialisierter Onlineanbieter, die aktuell erfolgreich gegen Plattformen bestehen können. Der Grund ist, dass diese eine Marke aufgebaut haben und/oder schlicht eine Nische sehr erfolgreich besetzen.
Generell dominieren jedoch Plattformen in Deutschland ganz klar den eCommerce und werden immer stärker. Der Großteil des Umsatzes läuft über die großen Plattformen. Onlineshops bestehen zwar, haben aber keine echte Macht.
Universal Cart als Schicht, die Frontends überflüssig machen?
Die nun anstehende Stufe ist, dass Google nicht nur die Werbung und damit den gekauften Zugriff kontrolliert, sondern schlicht auch das Bewerten und Auswählen bei Kaufentscheidungen übernehmen wird. Es wird davon gesprochen, dass die blauen Links schlicht komplett rausfliegen.
Wenn ich es richtig verstehe, soll es KI-Agenten geben. Diese können selbstständig eine gegebene Aufgabe abarbeiten, sich die Informationen suchen und letztlich ein Ergebnis, eine Antwort oder auch eine Aktion liefern beziehungsweise durchführen. Somit ist das eine sehr praktische Sache für Benutzer.
- Keine circa zehn Ergebnisse, bei denen man sich entscheiden muss.
- Keine x Seiten mit weiteren Ergebnissen, durch die man klicken kann.
- Man bekommt direkt die Produkte in den Warenkorb, die man benötigt beziehungsweise sucht.
Das mühsame Suchen in Shops und so weiter entfällt. Vorher musste man noch in Google Shopping suchen und hat dort zumindest bereits vieles gesehen. Viele wussten oder wissen aber, dass dort nicht alle Produkte sind und nicht zwingend die besten Preise. Somit musste man Vergleichsplattformen oder auch direkt Shops besuchen.
Die Situation wird sein, dass man selbst als Kunde nur noch den Warenkorb und die Produktinfos prüfen und bestätigen muss. Auch die Bezahlung wird, da bin ich sicher, früher oder später direkt in Google abwickelbar sein. Es gibt dann keinerlei Grund mehr, einen Shop wirklich zu besuchen.
Google wird die neue Super-App wie WeChat in China? Jedoch gibt es in China noch X Plattformen innerhalb der APP. Im Westen wird dann alles über Universal Cart abgewickelt?
Daten, die sich vom Shop zu Google verlagern?
Man kann nicht nicht kommunizieren, wie Paul Watzlawick sagte. Das ganze KI-System lernt natürlich basierend auf dem vorherigen Suchverhalten und der Interaktion beziehungsweise Nicht-Interaktion mit der KI. Welche Produkte wurden gekauft, welche nicht? Welche YouTube-Videos wurden angeschaut? Für welche Marken interessiert man sich? Wonach sucht man sonst? Der gläserne Suchende wird logischerweise immer besser analysiert, und Bedürfnisse werden erkannt, bevor die Person diese überhaupt selbst kennt.
Diese Daten zum Kaufverhalten hatte Google vorher nur bedingt und vorallem hatte man selbst (über Google Analytics) Zugriff auf diese... Sobald der Suchende in einen Onlineshop gesprungen ist, hatte Google die Daten üblicherweise nur noch über Google Analytics. Die konkrete Kaufhistorie und Ähnliches fehlten jedoch.
Bei einem universal Cart wird aber wer (nur noch) diese Daten haben? Wird der Händler sehen können, was der Kunde vorher angeschaut hat an Produkten? Mit welchem Keyword/Prompt der User im Shop gelandet ist und wie sich dieser dort verhalten hat? Oder wird man schlicht sehen "Kunde X hat Y gekauft"?
Ich vermute auch hier wird es einen starke Verschiebung der Daten geben.
Aktuell ist Google Gatekeeper - Und 2030 Provider?

Aktuell gibt es noch ein Gate. Google ist "nur" der Gatekeeper. Es wird über den Algorithmus gesteuert, was wie weit oben angezeigt wird. Alles im Interesse des Suchenden. Der Suchende möchte das beste Ergebnis für seine Suche, und Googles Job ist es, das zu erfüllen. Wenn das erfüllt wird, wird Google weiter genutzt, Google kann Werbung verkaufen und so weiter.
Der User klickt auf einen Link oder in google Shopping auf das Produkt und landet im Onlineshop und kann das Produkt dort kaufen.
Das Universal Cart zeichnet in meinen Augen einen Trend ab, der vermutlich das freie Web massiv umkrempeln beziehungsweise wohl beerdigen wird glaube ich.
Denn wozu braucht es Onlineshops beziehungsweise Internetseiten, wenn die KI-Suche schlicht alle Inhalte ermittelt und auch darstellt und man im Universal Cart die Produkte hat und direkt kaufen/buchen kann?
Aus Gatekeeper wird der Keeper ohne Gate durch das man gehen braucht? Es wird schlicht der Provider der einen mit Daten, Produkten, Dienstleistungen oder auch Ausführung von Aktionen versorgt? 1 Provider den man kontaktieren muss und kein Bedarf mehr Onlineshops, Buchungsseiten usw. selbst durchsuchen zu müssen und ähnliches?
Henne-Ei-Problem gelöst - Dann ist die Henne weg?
Und dann stellt sich schlicht das Henne-Ei-Problem, aber dieses Mal rückwärts vermute ich. Aktuell gibt es Henne und Ei. Etliche Shops und Internetseiten veröffentlichen laufend neue hochwertige Inhalte. Dieses wiederum wird von Google über die Suche erreichbar gemacht für Suchende. Darauf basiert das freie Web aktuell meiner Meinung nach.
Es gibt bereits drastisch weniger Traffic auf den eigenen Seiten durch die KI-Zusammenfassung. Medien wie deutsche Konzerne haben bereits aufgegeben und ihre Inhalte werden von Google genutzt ohne, dass es nennenswerten Traffic mehr zurück gibt. "Alles" kann man direkt in Zusammenfassungen bereits sehen und es wurde scheinbar nicht ernsthaft versucht sich dagegen zu wehren als Branche?
Wenn Google nun aber noch weniger Traffic zu Internetseiten beziehungsweise Onlineshops bringt, eben weil diese neue Suche mit KI-Features und ohne Links alles löst...
- Was passiert dann mit dem freien Web?
- Wer sollte dort dann noch Inhalte veröffentlichen und wozu?
Man muss nur an die ganzen Blogs und Infoseiten denken wo Menschen viel Zeit investieren und bisher im Gegenzug entsprechend Besucher/Traffic dafür bekommen haben. Wer und warum sollte man sich noch die Mühe machen, wenn alles schlicht in Zusammenfassungen landet womöglich sogar komplett ohne Nennung von Quellen? Wo ist der Mehrwert für die Content-Ersteller?
Bezahlt die Henne dann für Eier?
Oder werden wir hier womöglich eine ganz "verrückte" Entwicklung erleben wo Konzerne Menschen dazu bezahlen Content zu erstellen? Die sogenannten Click-Worker, aber in viel extremerer Form? Es werden womöglich auch "Wissensarbeiter" angestellt um Content zu generieren? Es wird womöglich lokal Journalismus usw. bezahlt um Content zu erhalten?
Eigentlich KANN die aktuelle Entwicklung nicht gut gehen. Somit müssen Konzerne die auf Content angewiesen sind eigentlich ihre Zulieferer irgendwie über Wasser halten wäre meine Vermutung? Oder kann man Content Produzenten irgendwie ersetzen und es gibt rein KI die Content für KI entwickelt? Gibt es digitale Kolonialismus und drastische Ausweitung von "Click-Workern" um das selbe Ziel aber "günstiger" zu erreichen?
Onlineshops werden rein zum Datensilo (maschinenlesbaren Produktkatalog)?
Was wird aus Onlineshops passieren? Man braucht diese faktisch ja schlicht nicht mehr. Ein paar Jahre weitergedacht braucht Google schlicht nur die Produktdaten der Anbieter bzw. Hersteller. Es wird somit wohl keine Onlineshops mehr geben (brauchen), sondern reine Katalogsysteme beziehungsweise Schnittstellen.
Google wird auf die Daten zugreifen und diese für die eigene Super-App nutzen. Die Hersteller und Verkäufer halten dann nur noch die Daten vor und kümmern sich um den Versand. Je mehr und bessere Daten rund um Einsatzweck, Nutzung, Eigenschaft uvm man liefert, umso eher wird man gut gerankt innerhalb der AI.
Aber wozu bräuchte es in einer Welt wo KI-Agenten die Daten für Suchenden/Benutzer suchen, vergleichen, auswählen, bewerten noch sowas wie ein Onlineshop mit Frontend und ähnlichem?
Oder besser gesagt wer sollte diese nutzen können/wollen? Und warum sollte man diesen dann vorhalten?
Beispiel Shopify AI Commerce - noch mit Frontend?
Shopify hat bereits eine Anbindung zu AI Commerce geschaffen. Shopify beschreibt Agentic Commerce als nächste große Plattformverschiebung im Handel. Gemeint ist: Kunden entdecken, vergleichen und kaufen Produkte zunehmend direkt in KI-Chats und Assistenten. Shopify kündigt dafür das Universal Commerce Protocol an, einen gemeinsam mit Google entwickelten offenen Standard, über den KI-Agenten mit Händlern verbunden werden und Transaktionen ausführen können. Shopify-Händler sollen damit künftig direkt in Google AI Mode, der Gemini App, ChatGPT und Microsoft Copilot verkaufen können.
Das Universal Commerce Protocol soll typische Checkout-Prozesse auch in KI-Oberflächen abbilden können. Dazu gehören Rabattcodes, Loyalty-Daten, Abo-Optionen, Vorbestellungen, finale Verkaufsbedingungen oder notwendige Kundeneingaben wie Liefertermine. Technisch soll UCP flexibel mit verschiedenen Commerce-Stacks funktionieren, unter anderem über REST, MCP, AP2 oder A2A. Ziel ist, dass Händler ihre Kontrolle über Kaufprozesse behalten, während Kunden in einer Konversation direkt vom Suchen zum Kaufen wechseln können.
Besonders wichtig ist, dass Shopify diese Infrastruktur nicht nur für bestehende Shopify-Shops öffnet. Mit dem neuen Agentic Plan sollen auch Marken, die keinen Shopify-Onlineshop nutzen, ihre Produkte im Shopify Catalog listen und dadurch in KI-Kanälen sichtbar und kaufbar machen können.
Shopify positioniert sich damit als zentrale Commerce-Infrastruktur für den KI-Handel: Produktdaten werden einmal strukturiert bereitgestellt und anschließend über verschiedene KI-Plattformen wie Google AI Mode, Gemini, Copilot oder ChatGPT ausgespielt. Mehr Infos gibt es hier https://www.shopify.com/news/ai-commerce-at-scale
Die Frage die sich da für mich stellt ist schlicht wie lange braucht man dann noch ein Frontend bzw. Shop? Auch das schreit geradezu danach, dass es rein um die Daten geht und der Shop eigentlich egal ist? Besonders hier liegen die Daten bereits standardisiert vor.
Ein paar Jahre weitergedacht... Die Frontends bleiben bestehen, ignoriert man oder stellt diese direkt ab. Die Anbieter pflegen ihre Daten weiter und Agents greifen auf diese zu?
Das freie Web zum “Browsen” hört auf zu existieren?

Negativ für Händler?
Eine Dystopie für eCommerce? Wenn man auf Seiten von Händler bzw. Internetagenturen ist ganz klar ja. Eben weil Onlineshops, Websites und vieles mehr vermutlich aufhören wird in der heutigen Form zu existieren. Jedoch ist die Sicht wohl kaum hilfreich. Es gilt auch die "andere Seite" zu beachten.
Positive Entwicklung für Kunden?
Solch eine Entwicklung bedeutet nicht, dass es für Kunden schlecht ist! Wir werden ja über die AI-Agents letztlich eine Transparenz erleben, die es so noch nie gab. Ungerechtfertigte Margen, werden super schnell gefressen werden. Shops die 1 Lockangebot haben und den Rest "unbemerkt" aber 10% teurer als andere verkaufen dürften es schwer haben. Genauso ist die Frage ob/wie reiner Marketing-Bullshit es überstehen wird. Äpfel die ein mega Marketing-Branding bekommen haben und zum zigfachen Preis wie ein normaler Apfel verkauft werden, hätten z.B. online kaum die Chance zu überstehen?
Das Google als Folge davon mit hoher Wahrscheinlichkeit noch mächtiger und dominanter wird, möchte ich hier nicht weiter eingehen und das ist schlicht ein Fakt. Die Annahme, dass Google gestoppt werden könnte (und auch sollte) tue ich mir mit sehr schwer. Zum einen, weil diese Entwicklung für Kunden eben wirklich schlicht gut ist und eigentlich die Kosten drücken dürfte.
Effektive Märkte brauchen soviel Transparenz wie nur möglich. Nur dann kann "der Markt" wirken und Angebot/Nachfrage funktioniert. Intransparenten, Verzögerungen und somit informative Vorteile, sind ein Problem und führen zu ineffektiven Märkten.
Auswirkungen für Gesellschaft und Politik?
Jedoch ist es für Gesellschaft und Demokratie natürlich ein großes Problem, wenn Gewinner dieser Entwicklung kaum bis keine Steuern zahlen und/oder ihre Marktmacht in gewissen Ländern missbrauchen. Hier muss man sich sich leider glaube ich ehrlich machen, das man von der Bundesregierung oder EU aktuell kaum wirklich etwas wirkungsvolle erwarten kann. Die Entwicklung scheint besser zu sein, aber das und ob die EU jemals Digitalkonzerne wirklich ernsthaft steuert bzw. besteuert, halte ich persönlich für illusorisch.
Der Bundeshaushalt von Deutschland sind ca. 500 Mrd Euro. Googles Gewinn 2025 waren 132 Mrd Euro? Der Free Cashflow von Google (Gewinn abzüglich Investitionen usw.) war 2025 wohl 70 Mrd Euro?
Die EU-Strafen liegen bei vergleichbar bei Parkticket-Höhe von 200 bis 300 Millionen Euro? Einfach rechnen wie oft 200 Millionen in 70 oder 130 Mrd. reinpasst . Wie oft kann wohl so eine "Hammer-Strafe" erfolgen, bis man überhaupt ernsthaft darüber nachdenken müsste? Das das eigene Auto ständig im Halteverbot steht und man dann erklären muss, dass das alles ganz dumm lief, dürfte nerviger sein als die Höhe des Ticket?
Die Grundannahme, dass das Web sterben wird und nur noch für Agents sein wird, habe ich im Doppelgänger-Podcast (Link vgl. unten) vor etlichen Monate von Philipp Klöckner das erste Mal mehr in einem Art Nebensatz gehört. Es war zunächst schockierend für mich und natürlich streubte es sich erstmal in mir. Das Problem ist, dass "Pip" da wohl schlicht recht hatte obwohl damals die Leute Google noch abgeschrieben haben als KI-Verlierer... Die bisherige Entwicklung im Bereich der Suche geht exakt wie vor langem bereits von ihm angedeutet.
Machtkonzentraion als Weg der Dinge...
Zur Historie: Die Entwicklung im Internet ging von einem freien Netz von Beginn an bereits in Richtung Machtkonzentration einiger weniger. Nun sind wir an dem Punkt wo glaube ich auch das komplette Ende des freien Webs bereits erkennbar ist?
AI-Agents brauchen keine Frontend, Frontends stören eher und helfen der AI nicht bessere Entscheidungen treffen zu können. Gleichzeitig werden AI-Agents das Shopping so enorm vereinfachen für Kunden, sodass diese mit hoher Sicherheit angenommen und immer dominierender werden.
Das Einzige was relevant ist um die Qualität der Ergebnisse zu verbessern ist glaube ich, ist die Qualität und Umfang der Daten. Sowie die Qualität der Protokolle bzw. Eindeutigkeit und schlicht Praktikabilität. Je mehr Daten korrekt verarbeitet werden können umso besser sind die Ergebnisse von AI. Das geht verständlicherweise am Besten in reinen Datensilos mit standardisierten APIs in Richtung KI-Agents (z.B. MCP usw.)
Leider sieht es für mich so aus, als muss man sich früher oder später vom freien Web verabschieden... Das Zeitalter von "Browsen" auf Internetseiten würde mich nicht wundern, wenn es in <5 Jahren vorbei sein wird. Die Entwicklung geht so rasend schnell, der SEO-Traffic bricht so brutal ein, Marktplätze werden immer stärker und kleine Shops haben (bis auf Nischen) generell harte Zeiten. Sollte auch nur ein "Killer-Wearable" oder anderer Trend die Entwicklung zur KI-Suche Nutzung beschleunigen, dürfte es eigentlich noch viel schneller gehen.
Man muss sich nur vorstellen was passiert, wenn Google wirklich die Suchergebnisse in Form der blauen Links rauswerfen sollte (was vermute ich wirklich so passiert)? Wozu dann Internetseiten besuchen? Maximal Plattformen wie Amazon, Youtube und schlicht Social Media wird man aktiv aufsuchen?
Super App wie in China aber ohne Offenheit?
Ich vermute es wird dann wie in China in wenigen Jahren eine "Super-App" geben, aber vermutlich eben nicht als Plattform für andere Apps/Stores sondern viel geschlossener, wie es im Westen üblich ist.
Das Bestreben wird glaube ich dahin gehen, das dieser DER Einstiegspunkt ins Web "universell" bzw. "allumfassend" sein "soll". Ich vermute es es wird eine gezielte Machtkonzentration angestrebt und auch nicht verhindert werden? Es gibt dann genau 1 Anbieter (Google) und einige wenige Marken/Plattformen die neben diesem bestehen bleiben? Das Web wie wir es kennen wird aber nicht mehr existieren?
- Überschätze ich die Geschwindigkeit und wir haben noch 10-20 Jahre freies Web wie wir es kennen vor uns?
- Kann man es sich als Händler leisten auf Prinzip-Hoffnung zu setzen und mit konservativem Mindset es auszusitzen?
- Welche Daten bzw. Alleinstellungsmerkmale hat man, die man wie verteidigen muss bzw. überhaupt kann?
- Ist es höchste Zeit sich die Trends anzuschauen und basierend darauf eine grobe Richtung/Strategie auszuarbeiten?
Bin gespannt auf Deine Kommentare.
Buchempfehlung - Rheinwerk
Ein sehr gutes Buch um sich dem Thema Agentic Commerce zu näher ist in meinen Augen vom "Generative Engine Optimization" - Optimieren für mehr Sichtbarkeit & Reichweite bei ChatGPT & Co. (https://www.rheinwerk-verlag.de/generative-engine-optimization-inhalte-optimieren-fuer-chatgpt-und-co/).
Das setzt eben genau aus der Sicht von GEO an und geht der Frage nach wie man in Zeitalter von Agentic Web bzw. Agentic Commerce überhaupt sichtbar bleibt bzw. wird?
Dort werden die im anderen Buch übersehenen Trends sehr deutlich und klar beschrieben, was ich extrem wichtig finde. Dazu entsprechend Hinweise auf Bereiche die sich entwickeln bzw. die Entwicklung noch unklar ist. Generell deckt sich das im Buch von Rheinwerk beschrieben auch mit meinen Erfahrungen im SEO Bereich und die Erweiterung hin zu GEO erscheint mir dort plausibel dargestellt zu sein. Dazu wird man nicht mit (unnötigen) Infos rund um KI genervt sondern bekommt die für einen relevanten Infos zu KI, Halluzination und ähnlichen Themen.
Big Credits: Doppelgänger Podcast
Ich kann sehr den Doppelgänger Podcast mit Philipp Glöckler und Philipp Klöckner empfehlen um bei den Entwicklungen rund um KI und Suche und Technologien nicht plötzlich überrascht zu werden. In diesem Podcast wurde bereits vor längerer Zeit das Thema "universal Cart" ausführlich erläutert und insbesondere die Bedeutung von "universal" im Google wie auch die "universal Search". Aber eben auch die Bedeutung dieser technischen Entwicklung.
Auch das Thema MCP (eines der zentralen Protokolle) und dessen Bedeutung wurde gefühlt vor über 2 Jahren dort bereits berichtet und auch da wurden bereits die Auswirkungen glaube ich komplett richtig gedanklich einsortiert lange bevor diese überhaupt ihre Auswirkung entfalten. Selbst Dinge wie "Claude Code" haben einen nicht wirklich überrascht, es war schlicht ein Stein auf dem seit langem im Podcast abgezeichneten Weg.
In meinen Augen Pflichtpodcast für alle, die sich eine belastbare Meinung bilden wollen rund um was technologisch los ist, welche Trends relevant sind, mögliche Auswirkungen auf die Gesellschaft und Demokratie und schlicht einen selbst als Händler, Agentur oder auch schlicht Nutzer.
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