Magento 2.4.6 auf 2.4.9 updaten: Was kostet der direkte Versionssprung?

Wer im August 2026 noch einen Magento-2.4.6-Shop betreibt, steht vor einer konkreten Entscheidung. Soll der Shop zunächst auf Magento 2.4.7 oder 2.4.8 aktualisiert werden oder lohnt sich direkt der Sprung auf Magento 2.4.9?

Für Geschäftsführer, E-Commerce-Verantwortliche und IT-Leiter folgt darauf meist unmittelbar eine zweite Frage.

Was kostet ein direktes Update von Magento 2.4.6 auf Magento 2.4.9?

Eine pauschale Summe lässt sich seriös nicht nennen. Bei einem weitgehend standardnahen Shop kann der Aufwand überschaubar bleiben. Bei einem über Jahre gewachsenen Magento-Shop können Erweiterungen, Eigenentwicklungen, Theme, PHP-Version, Datenbank, Suchsystem und Schnittstellen den Aufwand erheblich erhöhen.

Der Versionssprung selbst ist dabei häufig nur ein Teil des Projekts.

Die kurze Antwort für Entscheider

Bei einem Magento-Update von 2.4.6 auf 2.4.9 sollte nicht allein der eigentliche Magento-Core betrachtet werden.

Relevant sind mindestens folgende Bereiche:

BereichMöglicher Aufwand
Magento CoreUpgrade und Anpassung der Abhängigkeiten
PHPWechsel auf eine für Magento 2.4.9 geeignete Version (PHP Upgrade/Wechsel)
DatenbankPrüfung und gegebenenfalls Aktualisierung (MySQL Server Upgrade)
OpenSearchPrüfung der vorhandenen Suchinfrastruktur
CacheRedis beziehungsweise Valkey prüfen
Magento-ErweiterungenUpdates, Lizenzverlängerungen und Kompatibilität
EigenentwicklungenCode auf geänderte Abhängigkeiten und PHP prüfen
Theme (Design)Templates, JavaScript und Checkout testen
SchnittstellenERP, PIM, WaWi, Payment, Versand und weitere APIs testen
TestingBestellprozess und zentrale Geschäftsprozesse prüfen
DeploymentStaging, Produktivsetzung und Nachkontrolle

Für einen Entscheider bedeutet das:

Der Preis eines Updates hängt wesentlich davon ab, wie weit der aktuelle Shop vom Magento-Standard entfernt ist.

Zwei Shops mit exakt derselben Magento-Version können deshalb einen vollkommen unterschiedlichen Updateaufwand verursachen.

Warum steht das Update gerade jetzt zur Diskussion?

Magento 2.4.6 wurde am 14. März 2023 veröffentlicht. Der reguläre Support der Versionslinie endete laut Adobe am 11. August 2026.

Magento 2.4.9 wurde am 12. Mai 2026 veröffentlicht. Adobe nennt derzeit den 31. Mai 2029 als Ende des regulären Supports. Damit bietet die Versionslinie im August 2026 einen deutlich längeren verbleibenden Supportzeitraum.

Für Magento Open Source ist dieser Punkt besonders relevant. Die von Adobe angebotenen erweiterten Supportmodelle gelten nicht generell für Magento Open Source. Unternehmen sollten deshalb genau prüfen, welche Sicherheitsupdates für ihre eingesetzte Edition künftig noch bereitstehen.

Wer ohnehin ein größeres Update durchführen muss, wird daher häufig prüfen, ob sich mehrere kleinere Versionsschritte wirtschaftlich überhaupt noch lohnen.

Kann Magento direkt von 2.4.6 auf 2.4.9 aktualisiert werden?

Adobe beschreibt den Upgradeprozess grundsätzlich über eine Aktualisierung der Composer-Pakete auf die gewünschte Zielversion. Die Upgrade-Dokumentation verlangt dabei keine generelle Installation jeder dazwischenliegenden Magento-Version.

Das bedeutet allerdings noch nicht, dass jeder Magento-2.4.6-Shop problemlos direkt auf 2.4.9 aktualisiert werden kann.

Vorher muss geprüft werden, ob der komplette technische Aufbau des Shops mit der Zielversion funktioniert.

Das betrifft insbesondere:

  • installierte Magento-Erweiterungen
  • eigene Module
  • Theme und Templates
  • verwendete PHP-Version
  • Datenbank
  • OpenSearch
  • Cache-Infrastruktur
  • Payment-Module
  • Versandmodule
  • ERP- und Warenwirtschaftsschnittstellen
  • PIM-Systeme
  • individuelle REST- und SOAP-Schnittstellen
  • Cronjobs und externe Prozesse

Der direkte Versionssprung kann technisch sinnvoll sein. Die eigentliche Frage lautet daher meist:

Wie viel Anpassungsarbeit ist erforderlich, damit der bestehende Shop unter Magento 2.4.9 wieder vollständig funktioniert?

Warum kann der Sprung auf 2.4.9 mehr Aufwand verursachen?

Zwischen Magento 2.4.6 und 2.4.9 hat sich nicht nur der Magento-Core verändert.

Magento 2.4.6 wurde unter anderem für PHP 8.1 und PHP 8.2 entwickelt. Magento 2.4.9 unterstützt laut aktuellen Release Notes PHP 8.4 und PHP 8.5 vollständig. PHP 8.2 wird nicht mehr unterstützt.

Auch die übrige technische Plattform hat sich weiterentwickelt. Adobe nennt für die aktuelle Magento-2.4.9-Umgebung beispielsweise Composer 2.10, OpenSearch 3, neuere MariaDB-Versionen und Valkey.

Genau hier entsteht häufig zusätzlicher Aufwand.

Ein eigenes Magento-Modul kann unter Magento 2.4.6 problemlos funktionieren und bei einer neuen PHP-Version Warnungen oder Fehler erzeugen. Eine ältere Erweiterung kann von ihrem Hersteller nicht mehr gepflegt werden. Ein Theme kann Templates überschreiben, die sich zwischenzeitlich verändert haben.

Der reine Magento-Core ist deshalb häufig gut planbar. Die individuelle Umgebung entscheidet über die tatsächlichen Kosten. Wir wissen aus Erfahrung, dass eben genau beim Theme/Design und insbesondere Erweiterungen üblicherweise die Probleme und somit auch Aufwand/Kosten entstehen.

Welche Erweiterungen erhöhen die Updatekosten?

Erweiterungen gehören bei älteren Magento-Shops zu den ersten Bereichen, die wir prüfen würden.

Im günstigen Fall sieht der Ablauf so aus:

  1. Hersteller unterstützt Magento 2.4.9.
  2. Aktuelle Version der Erweiterung ist verfügbar.
  3. Kauf/Verlängerung Lizen und Update steht zur Verfügung
  4. Update einspielen
  5. Konfiguration bleibt erhalten.
  6. Funktionstest ist erfolgreich.

Schwieriger wird es, wenn ein Hersteller die Erweiterung nicht mehr pflegt. Oder wenn seit Monaten/Jahren keinerlei Update der Erweiterung erfolgte.

Dann gibt es mehrere Möglichkeiten:

  • Erweiterung manuell kompatibel machen
  • Erweiterung durch ein anderes Modul ersetzen
  • Funktion individuell programmieren
  • Erweiterung entfernen, wenn sie nicht mehr benötigt wird

Gerade eine einzelne alte Erweiterung kann dadurch mehr Aufwand verursachen als das eigentliche Magento-Update. Wenn z.B. Gutscheincodes nicht mehr funktionieren oder andere Funktionen, die womöglich relevant sind.

Für eine Kostenschätzung reicht deshalb eine Angabe wie „Magento 2.4.6 mit 25 Erweiterungen“ nicht aus.

Entscheidend ist, welche 25 Erweiterungen installiert sind und ob für diese eine gepflegte Version für Magento 2.4.9 existiert.

Es bietet sich fast immer eine (kostenpflichtige aber gedeckelte) Analyse vorab an. z.B. bis zu 4 Std. wird der Ist-Stand auf dem Server geprüft um darauf basierend dann eine realistische Kostenschätzung abgeben zu können.

Wie stark beeinflussen Eigenentwicklungen den Preis?

Individuelle Magento-Module sind häufig der größte unbekannte Faktor. Ein Unternehmen kann beispielsweise über eigene Funktionen verfügen für:

  • spezielle Produktpreise
  • individuelle Versandregeln
  • B2B-Kunden mit besonderen Daten/Funktionen
  • Freigabeprozesse
  • besondere Produktkonfigurationen
  • Bestellimporte
  • Rechnungserzeugung
  • ERP-Anbindungen
  • kundenspezifische Exporte
  • externe Marktplätze

Je stärker diese Funktionen auf Magento-interne Klassen, Plugins, Events oder externe Bibliotheken zugreifen, desto genauer muss geprüft werden, ob sie unter Magento 2.4.9 weiterhin funktionieren.

Besonders wichtig ist dabei der Wechsel der PHP-Umgebung. Wenn sich die PHP Version ändert, können externe PHP Skripte im selben Hosting womöglich nicht mehr funktionieren.

Alter PHP-Code kann Anpassungen benötigen, obwohl die eigentliche Geschäftslogik weiterhin korrekt ist.

Was passiert mit dem vorhandenen Theme (Design)?

Auch das Theme gehört in die Kostenplanung. Bei einem gepflegten Kauf-Theme steht im besten Fall bereits eine Version für Magento 2.4.9 zur Verfügung. Dann muss das Theme aktualisiert und anschließend geprüft werden.

Aufwendiger sind stark angepasste oder vollständig individuell entwickelte Themes.

Typische Prüfpunkte sind:

  • Produktdetailseite
  • Kategorieseiten
  • Warenkorb
  • Checkout
  • Kundenkonto
  • Suche
  • Navigation
  • JavaScript
  • Formulare
  • responsive Darstellung
  • überschriebenen Magento-Templates

Besonders kritisch sind Änderungen an Checkout und Warenkorb, da Fehler dort unmittelbar Bestellungen verhindern können.

Welche Aufwandsklassen sind realistisch?

Die folgende Tabelle ist bewusst als Orientierungsrahmen für die Projektplanung zu verstehen. Die tatsächlichen Werte müssen anhand des konkreten Shops geprüft werden.

ShopTypische AusgangssituationMöglicher Aufwand
Sehr einfacher Shopstandardnah, wenige gepflegte Module, kaum Eigenentwicklungetwa 1 bis 2 Arbeitstage
Normaler KMU-Shopmehrere Erweiterungen, angepasstes Theme, einzelne Schnittstellenetwa 3 bis 6 Arbeitstage
Stark angepasster Shopviele Module, Eigenentwicklungen, ERP oder PIM, individuelles Themeetwa 1 bis 3 Wochen
Komplexer gewachsener Shopältere Eigenentwicklungen, nicht gepflegte Module, zahlreiche Schnittstellenindividuelle Analyse erforderlich

Wichtig: Diese Werte sind keine Festpreise. Sie dienen lediglich dazu, die Größenordnung eines Projekts einzuordnen.

Unsere bisherige Erfahrung mit Updates von Magento 2.4.6 auf neuere Versionslinien zeigt, dass ein sehr einfacher Shop durchaus in weniger als einem Arbeitstag aktualisiert werden kann. Bereits einzelne problematische Erweiterungen können jedoch zusätzlichen Aufwand von mehreren Stunden oder mehr verursachen.

Beim direkten Sprung auf 2.4.9 müssen zusätzlich die größeren Änderungen der technischen Plattform berücksichtigt werden.

Wie lässt sich daraus ein Budget berechnen?

Für eine erste interne Budgetplanung kann eine einfache Rechnung verwendet werden:

geschätzte Arbeitsstunden × vereinbarter Stundensatz + externe Kosten

Externe Kosten können beispielsweise entstehen durch:

  • Verlängerung von Erweiterungslizenzen
  • neue Modulversionen
  • Hosting-Anpassungen
  • Servermigration
  • zusätzliche Staging-Umgebung
  • Austausch nicht mehr gepflegter Erweiterungen

Ein Angebot sollte diese Bereiche möglichst getrennt ausweisen.

Dadurch lässt sich erkennen, ob beispielsweise 70 Prozent des Budgets tatsächlich für das Magento-Upgrade benötigt werden oder ob ein großer Teil auf die Modernisierung eines alten Themes oder einer individuellen Schnittstelle entfällt.

Sollte man vorher auf Magento 2.4.7 oder 2.4.8 aktualisieren?

Ein zusätzlicher Zwischenschritt verursacht zunächst zusätzliche Arbeit.

Wenn ein Shop technisch direkt auf Magento 2.4.9 gebracht werden kann, kann es daher wirtschaftlich sinnvoll sein, 2.4.7 und 2.4.8 nicht jeweils separat produktiv einzuführen. Technisch erfolgt jedoch der Ablauf immer in Schritte, jedoch werden z.B. Anpassungen/Fehlerbehebung schlicht auf Version 2.4.9 durchgeführt und nicht in jedem Zwischenschritt.

Es gibt jedoch Fälle, in denen ein gestuftes Vorgehen sinnvoll sein kann.

Beispielsweise wenn:

  • eine wichtige Erweiterung noch keine 2.4.9-Unterstützung bietet
  • eine größere Servermigration separat durchgeführt werden soll
  • umfangreiche Eigenentwicklungen zunächst modernisiert werden müssen
  • betriebliche Gründe ein sehr kleines Änderungsfenster verlangen

Die Entscheidung sollte deshalb anhand des konkreten Shops getroffen werden.

Ein Zwischenschritt ist kein Qualitätsmerkmal an sich. Entscheidend sind Kompatibilität, Testbarkeit und Gesamtkosten.

Wann ist ein direkter Sprung auf Magento 2.4.9 wirtschaftlich interessant?

Ein direkter Sprung ist besonders interessant, wenn:

  • ohnehin ein größeres Update notwendig ist
  • Erweiterungen bereits Magento 2.4.9 unterstützen
  • Eigenentwicklungen überschaubar sind
  • die Infrastruktur ohnehin aktualisiert werden muss
  • möglichst lange Ruhe vor dem nächsten größeren Versionswechsel gewünscht ist

Magento 2.4.9 besitzt derzeit den längsten regulären Supportzeitraum der veröffentlichten Magento-2.4.x-Versionen. Adobe nennt aktuell den 31. Mai 2029.

Für Entscheider sollte deshalb nicht nur der Preis des aktuellen Updates betrachtet werden.

Relevant sind die Kosten bis zum nächsten notwendigen größeren Versionswechsel.

Ein etwas aufwendigeres Update auf eine länger unterstützte Version kann unter diesem Blickwinkel wirtschaftlicher sein als zwei separate Projekte innerhalb weniger Jahre.

Wie lässt sich der Aufwand vorab genauer bestimmen?

Eine belastbare Einschätzung beginnt mit einer Bestandsaufnahme des Shops.

Hier empfehlen wir dringend eine Analyse des Ist-Systems. Wenn es ein aktuelles Testsystem gibt, kann dieses geprüft werden. Dazu benötigen wir Zugriff auf den Server (nicht nur Magento Adminbereich). Wir können dann prüfen ob/welche Erweiterungen es gibt und mehr. Üblicherweise würde man diese Analyse deckeln bei z.B. 4 Std.

Dafür sollten mindestens folgende Informationen vorliegen:

  • exakte Magento-Version inklusive Patchstand
  • PHP-Version
  • Datenbank und Version
  • OpenSearch-Version
  • Liste aller installierten Module
  • Liste eigener Module
  • eingesetztes Theme
  • vorhandene Schnittstellen
  • Payment-Module
  • Versandmodule
  • Evtl. bekannte Anpassungen

Danach kann geprüft werden, welche Komponenten bereits Magento 2.4.9 unterstützen und an welchen Stellen Entwicklungsaufwand zu erwarten ist.

Das reduziert das Risiko, dass aus einem vermeintlich kleinen Update während der Umsetzung ein deutlich größeres Projekt wird.

Fazit

Die Frage „Was kostet Magento 2.4.6 auf 2.4.9?“ lässt sich nicht allein anhand der beiden Versionsnummern beantworten.

Bei einem sehr standardnahen Shop kann der direkte Versionssprung überschaubar bei 1-2 Arbeitstagen bleiben. Bei einem gewachsenen Magento-Shop bestimmen Erweiterungen, Eigenentwicklungen, Theme, Schnittstellen und Serverumgebung einen großen Teil des Budgets. Dort kann der Aufwand deutlich höher ausfallen.

Für Unternehmen ist deshalb eine kurze technische Bestandsaufnahme vor der eigentlichen Kalkulation sinnvoll.

Besonders interessant ist Magento 2.4.9 aktuell durch den Supportzeitraum bis Mai 2029. Wenn Erweiterungen und individuelle Funktionen mit der Version kompatibel sind, kann der direkte Wechsel deshalb gegenüber mehreren einzelnen Versionsupdates wirtschaftlich interessant sein.

Wer den Aufwand einschätzen möchte, sollte zunächst prüfen lassen, welche Komponenten des bestehenden Magento-2.4.6-Shops beim Wechsel tatsächlich angepasst werden müssen.

Auf dieser Grundlage lässt sich aus einem unbekannten „Magento-Update“ ein kalkulierbares Projekt machen.

Quellen

Adobe Commerce Lifecycle Policy
Stand der Angaben unter anderem zu Magento 2.4.6 und Magento 2.4.9
URL zur Adobe Lifecycle Policy
Abrufdatum 21.08.2026

Adobe Commerce System Requirements
Technische Anforderungen und unterstützte Softwareversionen für Magento beziehungsweise Adobe Commerce 2.4.9
URL zu den Adobe System Requirements
Abrufdatum 21.08.2026

Magento Open Source 2.4.9 Release Notes
Änderungen und technische Neuerungen der Version 2.4.9
URL zu den Magento Open Source 2.4.9 Release Notes
Abrufdatum 21.08.2026

Adobe Commerce Upgrade Guide
Offizieller Ablauf zur Aktualisierung einer bestehenden Commerce-Installation
URL zum Adobe Upgrade Guide
Abrufdatum 21.08.2026

KonVis
Aufwand und Kosten bei Magento Update von 2.4.6 auf 2.4.7 beziehungsweise 2.4.8
URL zum bestehenden Konvis-Beitrag
Abrufdatum 21.08.2026

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